PhotoFührer USA Nordarizona
Textauszug zum Probelesen
Fototipps zum Grand Canyon National Park

  • Höhenlagen zwischen 784 m an der Phantom Ranch am Canyongrund und 2100 m am South Rim bzw. 2560 m am North Rim
  • Rund 5 Mio. Besucher pro Jahr, davon entfallen nur 10 % auf den North Rim
  • Die Hauptsaison dauert von April bis Oktober, und auch die Ferienwochenenden im Winter zählen dazu. Der August ist der Monat mit dem höchsten Besucheraufkommen
  • 20 $ Eintritt für Nord- und Südrand

„;The dim trail led us to its edge, where we could look down into the twelve hundred foot V-shaped gash which the river had cut into the dark, crude-loking archaean rock. How distinctly it looked like a new day in creation where the horizontal, yellowish-gray beds of the Cambrian were laid down upon the dark, amorphous, and twisted older granite! How carefully the level strata had been fitted to the shapeless mass beneath it!“
John Burroughs

Wie, Wo, Was

Der erste Blick über die Schlucht ist schier atemberaubend. Am Morgen und Abend präsentiert sich der Canyon als eigenständige Landschaft, als Meer aus Formen, Farben, Licht und Schatten, größer und spektakulärer als man zu hoffen gewagt hatte. Das Mittagslicht dagegen ebnet die Dimensionen auf eigentümliche Weise ein, raubt die Kontrolle über Entfernung und Größe. Hat man sich dann wieder besonnen stellt sich die eine Frage: wie verewigt man die Unendlichkeit?
Viele Kräfte haben an dem einzigartigen Panorama dieser Canyonlandschaft mitgewirkt und doch fesselt den Photographen nicht nur die Weite des Bildes. Überall lassen sich im scheinbaren Chaos der Plateaus, Cliffs und Tempel Details entdecken die für sich allein ein anderes, subtileres Bild dieser großen Landschaft zeichnen.
Die große Schlucht des Colorado River führt vom Glen Canyon Dam im Norden in den Lake Mead 443 km südwestlich. Der von den etablierten Aussichtspunkten am Nord- und Südrand aus sichtbare Teil des Canyons kommt von Norden durch die Tanner Schlucht, zieht einen weiten Bogen um die hervorspringende Clippe des Cape Royal und führt dann, ganz leicht nach Norden versetzt, weiter in westliche Richtung. Im Norden bildet das 2700 m hohe Kaibab Plateau die zerklüftete Bruchkante. Die Oberfläche des Coconino Plateaus im Süden ist demgegenüber tellereben, fällt vergleichsweise steil ab und erreicht nur 2300 m. Beide Plateaus sind mit der dichten grünen Decke des Kaibab National Forest bedeckt. Generell ist ein Temperaturgefälle von 10 °C zwischen Süd- und Nordrand zu verzeichnen. Auf dem Weg hinunter zum Canyongrund wird es dann noch einmal um durchschnittlich 7 °C wärmer.
Höhepunkt im Jahreslauf ist der Herbst mit der im Oktober einsetztenden spektakulären Laubfärbung der ausgedehnten Wälder. Der zumeist strahlend blaue Himmel verschmilzt dann mit den vielfarbigen Felsen, den goldgekrönten Espen und immergrünen Tannen zu einer wunderbaren Einheit.

Orientierung und Tageszeiten

Die Ost-West Orientierung des Grand Canyon erleichtert das photographische Handwerk, denn so sind alle in den Canyon blickenden Aussichtspunkte beinahe gleich gut geeignet, um die Panoramen und Formationen im Licht der niedrig stehenden Sonne aufzunehmen.
Das erste Licht des Morgens läßt den rötlich-gelben Kalkstein gleich unterhalb der Bruchkante erleuchten. Wenig später werden, eine nach der anderen, die vielfarbigen Erdschichten in der Tiefe sichtbar. In der zweiten Tageshälfte erlebt man dieses Schauspiel rückwärts und die Schatten kriechen zurück an die Oberfläche, verschlingen Farben und Details bis die Nacht diese riesige Narbe schwarz ausfüllt.

Der Grand Canyon Südrand
sehenswertes westlich des Village

Die Frage nach der Wahl eines Aussichtspunktes für den Sonnenauf- oder -untergang ist beinahe akademisch: der Blick auf die Formationen ist von überall gut, einzig entscheidend ist, ob Sie die Sonne tatsächlich über den Horizont kommen oder gehen sehen möchten.
Mather- und Desert View Point sind am Morgen erste Wahl, Hopi- und Yavapai Point am Abend. Ausblick und Licht sind atemberaubend, doch kommen Sie früh und verteidigen Sie den Raum um Ihr Stativ mit Klauen und Zähnen, denn die Konkurrenz ist immer groß!
Entspannter, ganz ohne Gedränge, arbeitet es sich ein paar Meter abseits der Terassen auf dem Rim Trail oder von den Punkten aus an denen der Shuttle Bus auf seiner Fahrt zurück ins Village nicht hält, zum Beispiel Powell Memorial, nur einen Steinwurf von Hopi Point entfernt...
Beginnen Sie Ihre Tour des West Rim am Morgen im Zentrum des Village auf dem Rim Trail. In Höhe von Lookout Studio und Kolbs Studio können Sie die regelmäßig vom Corral aus startenden Muli-Treks in den Canyon auf dem darunter liegenden Bright Angel Trail aufnehmen.
Trailview I und II geben weitere Ausblicke auf diesen Wanderweg und das gegenüber liegende Village. Trailview II wird weniger stark frequentiert und hat eigentlich die bessere Aussicht.
Maricopa Point können Sie entweder auf einem östlichen Loop durch ein kleines Wacholderwäldchen mit Blick auf die ganze Länge des Canyons bis zum Dessert View, oder einem westlichen Loop mit wirklich guter Aussicht in alle Richtungen erkunden.
Das Powell Memorial ist wie oben angedeutet ein kleiner Geheimtip und bietet rundum gute Aussicht.
Vom Hopi Point aus wirkt der Colorado bei Sonnenuntergang wie mit geschmolzenem Gold gefüllt. Er ist der beliebteste Punkt im ganzen Park, um auf den Sonnenuntergang zu warten, und zur Dämmerung dementsprechend voll. Beginnen Sie Ihre Arbeit am Ostrand der Terrasse bevor die Sonne zu sinken beginnt. Die im Osten liegenden Formationen baden dann im Licht der schon niedrig stehenden Sonne und es gibt viele Bäume die Sie mit in den Vordergrund einbeziehen können. Vom westlichen Rand der Plattform aus können Sie später die im Vordergrund liegenden Cliffs mit in die Aufnahme einbeziehen. Da der Kontrastumfang in jedem Fall sehr groß ist, sollte der Himmel mit einem zweistufigen Grauverlauffilter zurückgehalten werden. Wenn der Himmel im Westen von einer interessanten Wolkenbildung verfeinert wird, sollten Sie den Rückweg etwas hinauszögern. Das beste Licht in den Wolken ergibt sich erst 15 min nach Sonnenuntergang und darauf lohnt es sich zu warten. Diese Position ist ebenfalls perfekt, da der Colorado River das Licht der niedrig stehenden Sonne aus der Tiefe des Canyons reflektiert und als silbernes Band sichtbar wird.
Der Mohave Point wird im Osten durch die Clippen des Hopi Point abgeschirmt, weshalb ihm der Blick auf die spektakulären Formationen in dieser Richtung fehlt. Er schaut jedoch direkter auf den in der Dämmerung reflektierenden Colorado hinunter.
Bis zum Pima Point liegen nun einige nicht markierte Parkbuchten am Rim Drive, von denen aus Sie über The Abyss, einen hufeisenförmigen 1000 m tiefen Felssturz, blicken. Pima Point liegt exponiert an der Spitze eines Vorsprungs und bietet einen 180° Rundblick, womit er sich für Aufnahmen der Formationen im Westen am Morgen und den Sonnenuntergang gleichermaßen qualifiziert. Er ist ebenfalls einer der Punkte von denen aus der Fluß in der Tiefe zu sehen ist.
Hermits Rest markiert das Ende des West Rim Drive und bietet einen langen Blick nach Osten in den Canyon. Leider sind die Formationen für ein beeindruckendes Bild zu weit entfernt und so lohnt der Besuch nur, wenn Sie wirklich alle Punkte gesehen haben wollen. Um für einen schönen Sunset zu sorgen, sollten Sie die Glocke vor dem Kiosk mit einem Steinwurf blind über den Rücken treffen, das bringt Glück! ...

Den vollständigen Text mit vielen wertvollen Fotohinweisen zu den schönsten Motiven am Grand Canyon und weiteren Reisehinweisen finden Sie im PhotoFührer USA Nordarizona.




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