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Phototipps

Brennweiten & Blickwinkel : Jeder Optik ihre Charakteristik

Angesichts der Tatsache, daß der Maler sein Bild durch bewußtes Hinzufügen von Komponenten, der Photograph aber durch das Weglassen derselben gestaltet kommt der Brennweitenwahl in der Lichtbildnerei besondere Bedeutung zu. Wie will man darstellen, dokumentarisch oder subjektiv ? und welche Komposition erzielt den stärksten Ausdruck ?
Will sich die eigene Betrachtungsweise partout nicht einstellen, so hilft es oft das Motiv durch zwei ganz gegensätzliche Brennweiten zu betrachten. Vom Superweitwinkel bis zum Supertele hat jedes Objektiv seine Daseinsberechtigung aber auch seine ganz speziellen Eigenheiten, die man kennen sollte.

Weitwinkelobjektive

18, 20 & 24 mm verhelfen zu einem super-dominanten Vordergrund wobei sich aber auch die Wiedergabe gerader Linien verändert und die Proportionen verzerrt werden, wenn die Kamera nicht exakt gerade ausgerichtet wird. Für Panoramabilder dagegen bilden beide Objektive den Hintergrund zu klein ab. Vorsicht ist auch bei groß wiedergegebenen Objekten im Nahbereich gefordert, denn durch die kurze Distanz geht der Gewinn an Tiefenschärfe schnell verloren und es muß genau scharf gestellt werden. 28 & 35 mm sind in allen Punkten eher Kompromißbereit und vor allem das 28er eignet sich mit seiner ausgewogenen Vorder- und Hintergrundwiedergabe für Übersichtsaufnahmen. Beide bieten ausreichend viel Tiefenschärfe, um kleine Focussierfehler zu verzeihen. Bei allen Weitwinkeln sollte generell um 1-2 Stufen abgeblendet werden, um dem Brennweiten inhärenten Lichtabfall zu den Bildrändern hin zu begegnen. Das Abschatten mit der Hand beugt Geisterbildern bei schräg einfallender Sonne vor.

Normalobjektive

50 mm Brennweite kommen dem menschlichen Augeneindruck am nächsten, weswegen man sie zur Standardbrennweite erhoben hat. Da sie ohne die Weitwinkel typische Betonung des Vordergrunds auskommen und darüber hinaus schon eine leichte Tiefenstaffelung wiedergeben gehen sie in der Landschaftsphotographie durchaus schon als kleines Tele durch. Beim Aufzeichnen von Details in Stadtlandschaften bleiben sie neutral, stellen dafür aber hohe Ansprüche an die Gestaltung des Bildes. Relativ große Anfangslichtstärken und leichtes Gewicht prädestinieren sie geradezu für die available light Photographie und auch als Macro Brennweite leisten die bemerkenswertes.

Teleobjektive

typisches Merkmal ist die starke Verdichtung von Vorder- und Hintergrund, die die Gegenstände ab 180 mm Brennweite spürbar zusammen rücken läßt. Auch weit entfernte Landschaftsteile können so in räumliche Beziehung zueinander gesetzt werden. Aufgrund der geringen Tiefenschärfe wird man dabei oft weit abblenden müssen, um beide Schärfeebenen in Einklang zu halten. Aber auch die Bildgestaltung, also welchen Teil man mit dem Tele aus der Gesamtlandschaft heraus schneidet, sollte genau kontrolliert werden. Ein paar Schritte zur Seite können hier schon einen bemerkenswerten Unterschied machen.

Lesen sie mehr zu den visuellen Grundlagen der Bildgestaltung in PhotoWissen“ Band 1 Bildentstehung, Raumtiefe und Größe



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