1000 Worte
Phototipps

Ein wenig Gestaltung: Basics, die alle Photos verbessern

Der einzige Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Bild ist oft genug die fehlende Konzentration auf das Wesentliche. Füllen Sie das Bild mit dem Hauptmotiv, gehen Sie näher heran und lassen Sie Überflüssiges weg. Reduzieren Sie die Landschaft zu Fels und Himmel, zu Wüste und Himmel, zu Stein und Sand. Jedes Bild soll eine Aussage transportieren. Dazu bauen wir eine Geschichte auf, wobei das Motiv normalerweise im Vordergrund steht. Die Bildaussage entsteht aus der schlüssigen Verbindung von Vordergrund und Hintergrund, dem zweiten Element das dem Motiv zu seiner Berechtigung und Präsenz verhilft. Je klarer der Zusammenhang, desto eindeutiger die Botschaft. Alles was nicht zum Motiv gehört, was die Bildaussage nicht fördert, gehört nicht ins Bild. Die Kunst ist es wegzulassen!

Menschen machen das Bild freundlicher und schaffen eine Verbindung zum Betrachter. Solche Bilder wecken im besonderen Maße Gefühle, das was Photographie eigentlich will. Vermeiden Sie den großen Volksauflauf und konzentrieren Sie sich statt dessen auf einzelne Gesichter. So etwas bringt auch Leben in die Landschaft.

Was sich im Sucher vielleicht noch gut macht wirkt in der Projektion oder auf dem Abzug plötzlich leer und nichtssagend, denn dem Auge fehlt der Größenvergleich und damit ein Maß für die Dimensionen. Lassen Sie also Menschen oder andere Dinge von bekannter Größe im Bild erscheinen. Ist Ihnen niemand zur Hand benutzen Sie den Selbstauslöser und erscheinen selbst im Bild. Würzen Sie Ihre Kollektion. Immer nur Landschaften sind langweilig. Photographieren Sie auch Menschen, Nahaufnahmen, Weitwinkel- und Teleschüsse, gutes und schlechtes Wetter und so weiter. Suchen Sie nach hohen Aufnahmestandpunkten, der Blick von oben gewährt immer neue Einsichten. Luftbilder sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, um eine monumentale Landschaft ins Bild zu fassen.

Geben Sie Ihren Bildern Tiefe. Damit sie zum Ausschnitt der Wirklichkeit wird braucht das Auge Punkte an denen entlang es sich in das Bild hinein hangeln kann. Am leichtesten läßt sich das mit einer kurzen Brennweite erreichen, die naturgemäß viel Bild erfaßt. Aber es geht auch ohne die teure 18 mm Optik: Äste, Zweige oder Bäume können den Blick in den Canyon rahmen, eine Person schafft die Verbindung zum Hintergrund, dramatische Schatten beleben den Vordergrund, etc. Das Spiel mit Belichtung und Tiefenschärfe kann sie als Silhouette erscheinen lassen oder gezielt vom Hintergrund freistellen. Darüberhinaus geben Sie dem Betrachter mit solchen Vergleichsmöglichkeiten einen Hinweis auf die Dimensionen.

Geben Sie dem Bild Proportionen. Unser Empfinden von Schönheit ist seit Jahrhunderten von bestimmten Stilen geprägt. Einer davon ist der „goldene Schnitt“, der uns täglich in vielen Dingen begegnet, aber vielfach so selbstverständlich geworden ist, daß wir ihn oft übersehen. Stellen Sie sich den Sucher horizontal wie vertikal dreigeteilt vor und plazieren Sie Ihr Motiv auf einer der Linien oder, noch schöner, auf einem der Kreuzungspunkte (eine Gittermattscheibe hilft dabei sehr). Ein bewußtes Vorgehen verhindert die langweilige Plazierung des Hauptmotivs in der Suchermitte.

Gehen Sie auf die Suche nach Details. Es muß nicht immer der ganze Baum sein, ein Ausschnitt, ein Ast, ein paar Blätter oder Zapfen können als Sinnbild stehen.
Last not least: bearbeiten Sie Ihr Motiv. Unterschiedliche Aufnahmewinkel und Tageszeiten bringen manchmal erstaunlich neue Bilder zutage. Auch zwingt die Verwendung unterschiedlicher Brennweiten dazu das Motiv neu zu durchdenken.

Lesen sie mehr zu den visuellen Grundlagen der Bildgestaltung in PhotoWissen“ Band 1 Bildentstehung, Raumtiefe und Größe



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