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Phototipps

FarbScharf: Farbe in der Bildgestaltung

So abwechslungsreich die Landschaftsformen im US-Südwesten auch sein mögen, so eintönig ist zuweilen die Farbgebung. Die vorherrschenden Farben sind Rot, je nach Sonnenstand in allen Schattierungen, sowie das Braun und Grau der Wüste. Für sich allein erzielt dies jedoch keine Wirkung. Achten Sie also darauf wann immer das möglich ist einen farblichen Kontrast zu setzten, um dem Auge eine Vergleichsmöglichkeit, einen Anhaltspunkt zu geben, um die Farben einzuordnen. Kräftige Farben sind gerade bei Landschaften fast immer gewollt. Um sie zu forcieren gibt es verschiedene Mittel:

1. Beschränken Sie Ihre Arbeit auf die Stunden nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang, wenn das Licht der tiefstehenden Sonne am wärmsten ist.

2. Verwenden Sie einen Polarisationsfilter, um Reflexe auszuschalten und die Farbwiedergabe zu intensivieren.

3. Belichten Sie den Film etwas knapper als gemessen. Probieren Sie die Wirkung aber aus, da sie von der Kombination Film - Kamera abhängt.

Wann immer es möglich ist sollten helle und dunkle, sowie warme und kalte Farbe miteinander kombiniert werden. Je nach dem welche Farbtöne dabei zusammenspielen sorgt das für spannenden Kontrast, beruhigende Harmonie oder einfach einen plakativen Effekt.

Qualität und Positionierung von Farben wirken sich aber auch auf den Schärfeeindruck eines Bildes aus, denn Schärfe ist über das Auflösungsvermögen von Filmen und Objektiven hinaus etwas sehr subjektives. Genau wie ein Autofocus System sucht auch unser Auge nach Kanten und scharfen Übergängen, um dem Gesehenen Sinn zu verleihen. Übergänge, wie sie zum Beispiel auch zwischen einer kalten und einer warmen Farbe auftreten. In einem typischen Herbstmotiv findet sich Beispielsweise ein Durcheinander von buntem Herbstlaub vor der Kulisse einige Hügel die nach einem Gewitter im Dunst der Entfernung verschwimmen. Doch unser Auge wird nicht von den faden Hügeln oder dem verwelkten Laub, sondern von den über- und nebeneinander liegenden roten und gelben Ahornblättern im Vordergrund angezogen. Und das ist auch kein Wunder, denn unser Sehsystem ist für Gelb und Rot empfindlicher als für die Farben am blauen Ende des Spektrums und so wirken Übergänge zwischen solchen Farbtönen für uns immer attraktiver und schärfer. Praktisch kann man sich das auch in Form hochgesättigter Filme zu Nutze machen, die tendenziell ebenfalls warme Farben bevorzugen und so selbst bei schlechtem Licht noch ein Quentchen schärfer wirkende Bilder produzieren.

Lesen sie mehr zu den visuellen Grundlagen der Farbgestaltung in PhotoWissen“ Band 2 Helligkeit und Farbe



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