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Phototipps

Kontraste, Kontraste: Der Unterschied zwischen Hell und Dunkel

Kontrast ist der Unterschied zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Bildteil der noch Zeichnung aufweisen soll, in dem also Details noch klar erkennbar sind. Gemessen wird er in Belichtungsstufen, also ganzen Blenden- oder Zeitschritten und wird dementsprechend auch Belichtungsumfang genannt. Eine feine Sache, wenn man genug davon verträgt. Unser Auge macht uns den Rekordbereich von mehr als 30 Belichtungsstufen nutzbar. Negativfilm ist dagegen zum Vergleich auf 5-6, Diamaterial gar nur auf 3 Stufen beschränkt. Nur wenn die Helligkeitswerte eng beieinander liegen kann der Film also annähernd das, was wir sehen in ein Photo übersetzen, nur dann wird der Himmel über einer schon im Halbschatten liegenden Schlucht im richtigen Blau wiedergegeben.

Da das Kontrastlimit bei den meisten spektakulären Bildern aber überschritten wird ist der Photograph oft gezwungen korrigierend einzugreifen. Zu allererst muß er sich darüber klar werden, welche Bildteile am wichtigsten sind und am meisten Zeichnung verdienen, um an ihnen die Belichtung zu orientieren. Er muß also entscheiden welches die hellsten und dunkelsten Stellen mit Zeichnung sein sollen und dann die zugehörigen Belichtungswerte genau ermitteln. Liegt der Kontrastumfang innerhalb der angegebenen Grenzen kann man sich gratulieren, überschreitet er diese jedoch so muß man in die Trickkiste greifen. Entweder man stellt einen „besseren“ Ausschnitt ein, wählt einen Filter oder rechnet sich den Kontrast schön. Ist der Himmel über der erwähnten Schlucht z.B. um 2 Belichtungsstufen heller als maximal zulässig, so hilft ein zweistufiger Grauverlauffilter gut weiter. Er ist an einem Ende klar, am anderen mit sanftem Übergang grau eingefärbt und hält so einen genau einstellbaren Bildteil um den gewünschten Belichtungswert zurück. Der genaue Übergang kann aufgrund der variierenden Schärfe nur beim Abblenden auf Arbeitsblende genau festgelegt werden, die Belichtung wird an den Schatten orientiert. Ist der Kontrastumfang größer als 6 Belichtungsstufen, dem mit einem Filter maximal auszugleichenden Bereich, so hilft ein rechnerischer Trick: man mißt den hellsten Punkt an und belichtet um 2 Stufen über. So verteilen sich die Lichter- und Schattenpartien immer bestmöglich im Bereich der richtigen Belichtung.

Weitere (Hilfs)Mittel zur Kontrastbeherrschung sind: ein faltbarer Reflektor, um Schattenpartien aufzuhellen. Das Kopieren des Dias mit einer Silbermaske, einem 1:1 SW Negativ, um die Lichter zu begünstigen und die Schatten zurück zu halten, so daß Sie ein der Projektion entsprechendes Papierbild bekommen. Das „pullen“, also überbelichten und verkürzt entwickeln des Films, um seinen Kontrast zu verringern.

Lesen sie mehr zu den visuellen Grundlagen von Kontrastwahrnehmung und Kontrastreproduktion in PhotoWissen“ Band 3 Kontrast



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