Photogalerie „Die Essenz der Dinge“

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Abendstimmung, Grand Canyon/Arizona     13 / 15
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Gefunden haben sie die Effekte in dem weiten, leeren Raum zwischen dem Kern und dem ihn umkreisenden Elektron eines Wasserstoffatoms. Das elektrische Feld, das das Elektron in seinem Orbit festhält, schafft von Zeit zu Zeit ein Elektron-Positron-Pärchen aus der Unendlichkeit des Vakuums. Sie treffen aufeinander und zerstrahlen und dieser Vorgang, genannt Vakuumpolarisation, sorgt für eine minimale Veränderung in der Bahn des echten Elektrons. Sie konnte mit hochpräziser Mikrowellentechnik exakt bestimmt werden. – Wer weiß, vielleicht war der Urknall, durch den Raum und Zeit entstanden sind, nichts weiter als eine gewaltige Vakuumfluktuation, die stabil genug war, um nicht gleich wieder zu zerfallen. Wie auch immer, die Effekte, die die Physik in der Leere des Vakuums nachgewiesen hat, beschreiben auch schon die alten Texte der asiatischen Philosophien.

«Alles, was entsteht, beginnt im Nichts und kommt aus der Leere.»
Laotse

«Brahman ist Leben. Brahman ist Freude. Brahman ist die Leere. … Freude, wahrhaftig, ist das Gleiche wie die Leere. Die Leere, wahrhaftig, ist das Gleiche wie die Freude.»
Chandogya-Upanischad

«Die große Leere kann nur aus Ch´i bestehen; dieses Ch´i muss sich verdichten, um alle Dinge zu bilden; und diese Dinge müssen sich wieder auflösen, um wieder die große Leere zu bilden.
Wenn sich das Ch´i verdichtet, wird seine Sichtbarkeit augenscheinlich, so daß es dann die Formen der Dinge gibt. Wenn es sich verdünnt, ist seine Sichtbarkeit nicht mehr augenscheinlich, und es gibt keine Formen und Dinge mehr. Kann man bei seiner Verdichtung etwas anderes sagen, als daß dies nur zeitweilig ist? Aber kann man bei seiner Zerstreuung vorschnell sagen, daß es dann nicht existiert?»

Taoistische Weisheit

«Form ist Leere und Leere ist Form. Leere unterscheidet sich nicht von Form, Form unterscheidet sich nicht von Leere. Was Form ist, das ist Leere, was Leere ist, das ist Form.»
Buddhistisches Sutra

Die Texte und Bilder dieser Galerie sind in Buchform in der Reihe Photographie und Metaphysik unter dem Titel Edward Weston und die Essenz der Dinge erschienen.
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