Photolexikon Buchstabe N




A | B | C | D | E | F | G | H | IJ | K | L | M | N | O | P | R | S | T | U | V | W | XYZ

Index aller Einträge


Nachführmessung | Nachtaufnahme | Nahachromat | Nahaufnahme | Nahgrenze | Nahlinse | Nanometer | Negativ | Normalobjektiv


Nachführmessung
Eine Methode der manuellen Belichtungseinstellung, bei der der Belichtungsmesser mit der Blenden- und Belichtungszeiteinstellung gekoppelt ist, und die korrekte Belichtung gefunden wird, indem durch Ändern der Blenden- oder Belichtungszeiteinstellung der Zeiger des Belichtungsmessers mit einer bestimmten Markierung in Deckung gebracht werden muß. In einigen Kameramodellen findet man statt des Zeigers eine Leuchtdiodenkette.

Nachtaufnahmen
Es mag überraschen, daß der beste Zeitpunkt für Nachtaufnahmen von Gebäuden, Straßen oder Orten nicht die tiefste Nacht, sondern der Zeitpunkt kurz nach Sonnenuntergang ist, wenn der Himmel noch einen Rest von Licht widerspiegelt, die Beleuchtungen in den Straßen und Fenstern aber schon angegangen sind. Die klassische Nachtaufnahme ist eine Langzeitaufnahme, bei der sich die mit normal empfindlichem Filmmaterial versehene Kamera auf einem Stativ befindet. Dies ermöglicht Belichtungszeiten von mehreren Sekunden bei einem auf einen mittleren Wert (5,6 oder 8) abgeblendeten Objektiv. Die genaue Belichtungszeit läßt sich nur schwer mit einem Belichtungsmesser ermitteln, vielmehr ist das Anfertigen einer Belichtungsreihe mit unterschiedlichen Belichtungszeiten vorzuziehen, zudem sollte bei Belichtungszeiten von mehr als 1 Sekunde geprüft werden, wie stark sich der Schwarzschild-Effekt beim verwendeten Filmmaterial auswirkt. Der Schwarzschild-Effekt bewirkt ein Nachlassen der Empfindlichkeit bei langen Belichtungen, und muß durch Verlängern der Belichtungszeit korrigiert werden. Unter den Farbfilmen eignet sich sowohl Tageslichtfilm, alsauch Kunstlichtfilm, wenngleich sich der Charakter der Abbildung natürlich verschiebt. Nachtaufnahmen auf Kunstlichtfilm wirken kühler und abweisender.

Nahachromat
Eine wie ein Achromat zweilinsig aufgebaute Nahlinse. Gegenüber einfachen Nahlinsen haben Nahachromaten den Vorteil, einen Teil der durch ihre Verwendung entstehenden Abbildungsfehler kompensieren zu können.

Nahaufnahme
Aufnahme mit einer Kamera bei geringem Abstand (minimal: Nahgrenze) zum Motiv. Kleine Objekte werden dadurch vergrößert abgebildet. Es kann zusätzlich eine Nahlinse oder ein Makrokonverter eingesetzt werden.

Nahgrenze
Kürzeste Entfernung ab der scharf gestellt werden kann.

Index

Nahlinse
Ein Zubehörteil für die Fotografie im Nahbereich. Es handelt sich um eine Sammellinse, die wie ein Filter vor das Objektiv geschraubt wird, und die Brennweite des Aufnahmeobjektivs verkleinert. Da die Bildweite jedoch unverändert bleibt, verkleinern sich so die Gegenstandsweiten, und näher plazierte Objekte erscheinen scharf. Nahlinsen vermindern in der Regel die Bildgüte, da sie in die Konstruktion des Objektivs eingreifen, daher sollten Aufnahmen mit Nahlinsen nur bei auf einen mittleren Wert abgeblendetem Objektiv erfolgen. Es gibt einfache einlinsige Nahlinsen, und erheblich bessere zweilinsige Nahachromaten.

Nanometer
Ein metrisches Längenmaß mit dem die Wellenlängen von Licht angegeben werden. Ein Milliardstel Meter = 0,000000001m entspricht einem Nanometer, abgekürzt nm.

Negativ
Der mit einer lichtempfindlichen Emulsion beschichtete (Negativ-)Film zeigt nach der Belichtung und Entwicklung die Aufnahmen in komplementären (gegensätzlichen) Helligkeitswerten. Bezeichnung für eine entwickelte fotografische Abbildung, bei der die Tonwerte sich komplementär zum Original verhalten. Bei Schwarzweißnegativen zeigen sich reziproke Grauwerte, bei Farbnegativen erscheinen zusätzlich alle Farben in ihren Komplementärfarben. Das Negativ dient als Vorlage zur Herstellung eines Positivs, zumeist eines Papierbilds, welches durch Vergrößern oder durch eine Kontaktkopie hergestellt wird.

Normalobjektiv
Ein Objektiv, dessen Brennweite nahezu der Formatdiagonalen entspricht. Der Bildwinkel eines Normalobjektivs liegt bei ca. 45°, und zeichnet eine räumliche Darstellung, die dem Augeneindruck bei einem geeigneten Betrachtungsabstand sehr nahe kommt, wodurch Aufnahmen mit dem Normalobjektiv sehr natürlich wirken, aber andererseits keine übertreibenden Effekte bilden. Bei Kleinbildkameras hat das Normalobjektiv eine Brennweite von 45mm bis 55mm. Die Lichtstärke eines Normalobjektivs ist gewöhnlich höher, als die Lichtstärken anderer Objektive, und liegt bei 1:1 bis 1:2,8 bei Kleinbildkameras. Die meisten Normalobjektive für Spiegelreflexkameras sind als Gauß-Typ (z.B. Zeiss Planar) konstruiert, und damit hervorragend korrigiert. Das läßt sie für eine Vielzahl von Einsatzgebieten als geeignet erscheinen, etwa für Architektur- und Nachtaufnahmen oder Reproduktionen. Das Normalobjektiv ist die beste Alternative für Makroaufnahmen, wenn kein speziell korrigiertes Makroobjektiv zur Verfügung steht. Objektive, die eine kürzere Brennweite, als ein Normalobjektiv besitzen, und daher einen größeren Bildwinkel erbringen, nennt man Weitwinkelobjektive. Objektive, die eine längere Brennweite, als ein Normalobjektiv besitzen, und daher einen kleineren Bildwinkel erbringen, nennt man Teleobjektive.

PhotoWissen Band 1 Bildentstehung, Raumtiefe und Größe stellt die visuellen Grundlagen der Bildwirkungen unterschiedlicher Brennweiten ausführlich dar.

Index

Alle Inhalte dieser Seite © Jörg Sczepek. Alle Rechte vorbehalten. Impressum · Datenschutzerklärung ·