Photolexikon Buchstabe H




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Halbformatkamera | Handbelichtungsmesser | Hauptebene | Helligkeitsabfall | Helligkeitsrauschen | High-Key-Effekt | Histogramm | Hybrid-Autofokus | Hyperfokaldistanz | Hyperfokale | HQ-Auflösung


Halbformatkamera
Als Halbformatkamera bezeichnet man einen Fotoapparat, der in der Regel konventionellen 35-mm-Film (also Kleinbildfilm) verwendet, die Bilder jedoch nicht im üblichen Kleinbildformat 24×36 mm belichtet, sondern dafür das ursprüngliche Stummfilm-Kinoformat 18×24 mm verwendet. Dieses wird daher auch als Halbformat bezeichnet.
Die Bildanzahl verdoppelt sich gegenüber dem Kleinbildformat auf 24 (statt 12 Bildern), 48 (statt 24 Bildern) oder 72 (statt 36 Bildern). Mit speziellem Schwarz-Weiß-Dünnfilm erreicht man bis zu 114 Bilder in einer Kamera regulärer Größe.

Handbelichtungsmesser
Auch: Externer Belichtungsmesser. Ein kleines, nicht in eine Kamera eingebautes Gerät zum Messen der Beleuchtungsstärke. Dabei wird entweder die Lichtenergie durch eine Fotozelle (z.B. Selen) in elektrischen Strom umgewandelt, oder die Leitfähigkeit eines batterieabhängigen Fotowiderstandes (z.B. CdS = Cadmium-Sulfid) oder einer Fotodiode (z.B. Silizium) wird durch das einfallende Licht verändert. Mit Handbelichtungsmessern hat man die Möglichkeit, entweder eine Objektmessung (von der Kamera zum Motiv) oder eine Lichtmessung (mit Diffusorkalotte vom Motiv zur Kamera) durchzuführen. Mit manchen Geräten kann wahlweise großflächig integral) oder punktartig (selektiv, Spot) gemessen werden. Durch verschiedene Zubehörteile können Handbelichtungsmesser für Spezialaufgaben eingesetzt werden, z.B. Messungen mit verschiedenen Meßwinkeln, Messungen auf der Mattscheibe von Großbildkameras, Blitzbelichtungsmessung oder Belichtungsmessung am Vergrößerungsgerät im Fotolabor.

Sekonic Handbelichtungsmesser

Sekonic Handbleichtungsmesser

Hauptebene
Die hauptebene ist der Ort der Brechung in einer Linse oder einem Linsensystem (Objektiv). Jede Linse besitzt zwei Hauptebenen, die vordere motivseitige und die hintere bildseitige Hauptebene. In diesem fall spricht man von einer "dicken Linse". Zur Vereinfachung wird dieser Umstand häufig weggelassen und das System zu einer "dünnen Linse" mit nur einer Hauptebene erklärt.

Hauptebenen

Bildseitige und Motivseitige Hauptebene

Helligkeitsabfall
Bedingt durch den weiteren Weg, den die Randstrahlen eines Objektivs im Verhältnis zu jenen Strahlen zurücklegen, die es nahe der optischen Achse passieren, zeichnet jedes Objektiv theoretisch mit einem Helligkeitsabfall zum Bildrand hin. Die Erklärung dazu liefert der optische Lehrsatz, wonach die Beleuchtungsstärke mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt. Dieser natürliche Helligkeitsabfall kann eine Ursache (unter weiteren) für die Vignettierung sein. Während er bei langbrennweitigen Objektiven nicht relevant erscheint, kann der natürliche Helligkeitsabfall bei Weitwinkel- oder Superweitwinkelobjektiven zu sichtbarer Abdunkelung der Bildecken führen. Wie stark der Helligkeitsabfall in Erscheinung tritt, hängt neben der Brennweite aber auch von der Objektivkonstruktion ab. So sind symmetrische Gauß-Typen zum Beispiel stärker betroffen, als etwa Retrofokus-Objektive.

Helligkeitsrauschen
Bildet im Gegensatz zum Farbrauschen den farbneutralen Anteil des Rauschens in einem Bild. Wird erst sichtbar wenn ein Bild in Graustufen umgewandelt wird. In Flächen gleicher Helligkeit treten hellere oder dunklere Bildpunkte hervor.

High-Key-Effekt
Ein Motiv, in welchem helle Grau- oder Farbtöne dominieren. Es wird flächig und praktisch ohne Schatten ausgeleuchtet. Man arbeitet mit weicher Gradation, um den Effekt zu unterstützen.

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Histogramm
Das Histogramm zeigt die statistische Helligkeitsverteilung eines Bildes in Form eines fein abgestuften Balkendiagramms von Schwarz (am linken Rand) bis Weiß (am rechten Rand). Entlang seiner horizontalen Achse ist die Helligkeit abgetragen, die Höhe eines Balkens gibt an, wie viele Pixel den jeweiligen Helligkeitswert aufweisen. Die Auflösung der horizontalen Helligkeitsachse umfasst normalerweise 256 Stufen und entspricht damit einem 8 Bit-Bild, das pro Kanal 256 Tonwerte speichern kann. Ein durchgängig schwarzes Bild würde nur einen Balken mit maximalem Ausschlag am linken Rand aufweisen, ein durchgängig weißes umgekehrt nur einen einzigen maximalen Balken am rechten Rand. So etwas begegnet uns in freier Wildbahn aber nicht und deswegen sieht ein Histogramm normalerweise wie ein „Tonwertgebirge“ aus. Zahlreiche Spitzen, Täler und mehr oder weniger sanfte Anstiege zeigen uns, daß bestimmte Helligkeitswerte häufiger im Bild vorkommen als andere.

Schemazeichnung eines Histogramms

Schemazeichnung eines Histogramm

HQ-Auflösung
High Quality-Auflösung. Bezeichnung für eine hohe Digitalbildqualität.

Hybrid Autofokus
Von lateinisch 'hybrida' (= Mischling). Kombiniertes System zur automatischen Scharfeinstellung. Besteht aus aktivem und passivem Autofokus.

Hyperfokale
Die Hyperfokale ist eine bestimmte Entfernung, mit der man die größte Schärfentiefe erhält. Der hintere Schärfepunkt liegt dabei immer bei unendlich. Indem die Kamera eine feste Blende und eine feste Brennweite sowie die zu den beiden Größen passende hyperfokale Entfernung einstellt, ist alles ab der Hälfte der hyperfokalen Entfernung bis unendlich scharf. Fixfokus-Kameras (viele einfache Kompaktkameras) arbeiten nach diesem Prinzip.

Hyperfokaldistanz
Eine Entfernungseinstellung am Objektiv, bei der die Schärfentiefe stets bis unendlich reicht. Fixfokus-Objektive sind auf eine Hyperfokaldistanz fest eingestellt. Für ein 38mm-Objektiv der Lichtstärke 5,6 wäre die Hyperfokaldistanz etwa 5 Meter, was eine Schärfentiefe von 2,5 Meter bis unendlich ergeben würde.

PhotoWissen Band 4 Visuelle Schärfe stellt ausführlich dar, auf welchen visuellen und optischen Grundlagen der Schärfeeindruck eines Photos beruht.

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