Photolexikon Buchstabe T




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Index aller Einträge


Tageslicht | Telekonstruktion | Telekonverter | Teleobjektiv | Tessar | Thermosublimations-Drucker | Tiefenschärfe | TIFF | Tintenstrahldrucker | Tonwertumfang | Tote Pixel | Triplet | True Color | Twain | Twain-Treiber | Telezoom | Temperatur, absolute | T-Einstellung | TLR | TTL | TTL-Blitzsteuerung | TTL-Messung


Tageslicht
Als Tageslicht bezeichnet man das natürliche Licht der Sonne, sowie von künstlichen Lichtquellen wie dem Elektronenblitzgerät, die Licht einer Farbtemperatur von ca. 5500°K bis 6000°K abgeben. Auf diese Lichtquellen ist Tageslicht-Farbfilm abgestimmt. Wird dagegen Kunstlicht-Farbfilm verwendet, so entsteht ein "kühler" Farbstich, der wiederum durch die Verwendung eines Konversionsfilters KR eliminiert werden kann.

Teleobjektiv
Allgemein als Begriff für ein Objektiv in Gebrauch, dessen Brennweite deutlich länger als die des Normalobjektivs ist, und dessen Bildwinkel daher kleiner ausfällt. Speziell ist ein Objektiv gemeint, dessen Baulänge dabei kürzer ausfällt, als es der Brennweite entsprechen würde. Erreicht wird dies, indem auf ein sammelndes Vorderglied ein zerstreuendes Hinterglied folgt, was zu einer Verkürzung der Schnittweite führt. Im Vergleich hierzu nennt man langbrennweitige Objektive, die nicht in einer derartigen Telekonstruktion aufgebaut sind, Fernobjektiv. Tele- oder Fernobjektive werden dort eingesetzt, wo ein größerer Abstand zum Motiv dennoch zu einer knappen Darstellung führen soll, etwa in der Tierfotografie in freier Wildbahn. Bei einer Kleinbildkamera spricht man ab einer Brennweite von 80mm von einem Teleobjektiv, die längsten verfügbaren Objektive haben eine Brennweite von 2000mm. Mit zunehmender Brennweite sinkt die Lichtstärke bei Teleobjektiven, die sich bei Brennweiten um 85mm noch nicht gravierend von der Lichtstärke eines Normalobjektivs unterscheidet. Auch die Schärfentiefe ist bei Teleobjektiven kleiner als beim Normalobjektiv, und sinkt mit zunehmender Brennweite weiter. Da bei langbrennweitigen Objektiven von allen Linsen- Abbildungsfehlern die chromatische Aberration der kritischste sein kann, sind hochwertige Teleobjektive ausschließlich Apochromaten. Eine Sonderform des langbrennweitigen Objektivs ist das Spiegelobjektiv.

PhotoWissen Band 1 Bildentstehung, Raumtiefe und Größe stellt die visuellen Grundlagen der Bildwirkungen unterschiedlicher Brennweiten ausführlich dar.

Telekonstruktion
Die für ein Teleobjektiv typische Konstruktion ergibt eine Baulänge, die kürzer ausfällt, als es der Brennweite entsprechen würde. Erreicht wird dies, indem auf ein sammelndes Vorderglied, dem Grundobjektiv, ein zerstreuendes Hinterglied folgt, was zu einer Verkürzung der Schnittweite, und damit zu einer kompakten Bauform führt.

Telekonverter
Objektivvorsatz, der die Brennweite verlängert.

Telezoom
Ein Objektiv veränderlicher Brennweite, welches den Telebereich in einem einzigen Objektiv abdeckt. Für das Kleinbildformat besitzt ein typisches Telezoom den Brennweitenbereich von 70mm bis 210mm oder bis 300mm.

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Temperatur, absolute
Auf den absoluten Nullpunkt (-273°C) bezogene Temperatur, angegeben in der Kelvinskala (°K), die in der Fotografie zur Messung der Farbtemperatur herangezogen wird.

Skalen mit Grad Celsius und Grad Kelvin

Vergleich zwischen Grad Celsius und Grad Kelvin

Tessar
Weitverbreitete Objektivkonstruktion aus dem Hause Zeiss, die auf den Entwurf von Dr. Paul Rudolph Tessar aus dem Jahr 1902 zurückgeht. Der Aufbau ähnelt dem eines Triplets, verwendet statt einer einzelnen Hinterlinse jedoch ein Linsenglied, ganz ähnlich dem eines Aplanat-Typen. Damit ließ sich die Lichtstärke weiter erhöhen oder der Umfang der Abbildungsmaßstäbe erweitern. Das Tessar wurde so oft kopiert und neu gerechnet, (z.B. Leitz Elmar) daß es als die erfolgreichste Objektivkonstruktion aller Zeiten in die Geschichte einging, die die Zeiss-Werbestrategen schließlich als "Adlerauge" vermarkteten.
Zeiss über die Tessar-Konstruktion (ganzer Artikel als PDF).

Schemazeichnung einer Tessar-Konstruktion

Schemazeichnung einer Tessar-Konstruktion

Thermosublimation
Bezeichnet ein Druckverfahren bei der durch Heizelemente Farbstoffe von einer Trägerfolie abgelöst und auf Papier oder Folie übertragen werden. Da beim Thermosublimationsdruck die Farben durch die Verschmelzung – und nicht wie beim Tintenstrahldruck durch die Überlagerung – von Farbenkomponenten entstehen, verzichtet der Thermosublimationsdruck auf ein Raster und kann somit Bilder selbst bei geringer Druckauflösung in Fotoqualität zu Papier bringen.

PhotoWissen Band 3 Kontrast erläutert ausführlich, welche Auflösungswerte die verschiedenen Druckverfahren erzielen und warum.

T-Einstellung
Die T- oder Time-Stellung ist die Einstellung des Kameraverschlusses für lange Belichtungszeiten. Der Verschluß wird durch das erste Betätigen des Auslösers geöffnet, und durch ein weiteres Betätigen des Auslösers wieder geschlossen.

TIFF
Abk. für Tagged Image File Format; weit verbreitetes Dateiformat zur verlustfreien Speicherung von Bilddateien. Das TIFF-Format kann mit einer verlustfreien Komprimierungsmethode (meistens so genannte LZW-Komprimierung) kombiniert werden.

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Tintenstrahldrucker
Drucker, bei dem kleinste (schwarze oder farbige) Tintenpunkte auf das Blatt gespritzt werden.

TLR
Abkürzung für engl. Twin Lens Reflex, bezeichnet eine zweiäugige Spiegelreflexkamera wie z.B. die Rolleiflex. Siehe Spiegelreflexkamera.

Tonwertumfang
Der Tonwertumfang bezeichnet die Spanne an darstellbaren Tönen/Schattierungen zwischen der hellsten und der dunkelsten, noch durchzeichnenden Stelle in einem Bild.

Tote Pixel
Als Tote Pixel bezeichnet man defekte Pixelelemente auf einem Bildwandler, die – im Gegensatz zu Heißen Pixeln – total funktionsunfähig sind. Tote Pixel werden als schwarze Lücken auf dem Bild sichtbar.

Triplet
Weit verbreitete Objektivkonstruktion, bei der eine halbierte Sammellinse eine Zerstreuungslinse einrahmt. Die Brechkraft der Einzellinsen hebt sich dabei auf, die sammelnde Wirkung des Objektivs ergibt sich durch das räumliche Auseinandersetzen der einzelnen Elemente. Diese dreilinsige Konstruktion (3 Linsen in 3 Gruppen) errechnete Harold Dennis Taylor (1862 - 1942) für den Objektivhersteller T. Cooke and Sons in York/England, die 1893 als Cooke-Triplet (auch Cooke Anastigmat genannt) auf den Markt kam. Das Objektiv galt bei seinem Erscheinen in Bezug auf die sphärische und die chromatische Aberration sowie des Astigmatismus als hervorragend korrigiert. Diese Konstruktion findet heute in erster Linie bei preisgünstigen Sucherkameras Verwendung, sie bildete zudem die Basis für eine Vielzahl weiterer und verbesserter Objektivtypen, so dem Zeiss Tessar oder dem Leitz Elmar.

Schemazeichnung einer Triplet-Konstruktion

Schemazeichnung einer Triplet-Konstruktion

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True Color
Von einer Echtfarbdarstellung wird gesprochen, wenn am Bildschirm oder im Ausdruck ein Bild mit mindestens 16 Millionen Farbnuancen wiedergegeben wird.

TTL
TTL, die Abkürzung für (engl.) Through The Lens, bezeichnet die Innenmessung der Belichtung, also Belichtungsmessung durch das Objektiv mittels eines batterieabhängigen Fotowiderstandes (z.B. CdS = Cadmium-Sulfid) oder einer Fotodiode (z.B. Silizium). Man unterscheidet im Einzelnen zwischen Arbeitsblendenmessung und Offenblendenmessung. Diese bei Spiegelreflexkameras weit verbreitete Technik wurde erstmals 1963 in der Topcon RE Super vorgestellt. Eine Variante ist die TTL-Blitzlichtsteuerung, bei der die Kamera während der Belichtung eine Blitzlichtmessung vornimmt, und die Leuchtdauer des Elektronenblitzgeräts entsprechend steuert.

TTL-Blitzsteuerung
Bei der TTL-Blitzsteuerung (TTL = Abkürzung für engl. Through The Lens) wird das Blitzlicht, genauso wie das Dauerlicht durch das Objektiv, in der Kamera gemessen – die Messung von Blitzlicht und Dauerlicht erfolgt jedoch über getrennte Messzellen. Danach übernimmt die Kamera auch die Dosierung der vom Blitzgerät abzugebenden Lichtmenge. Das Blitzgerät braucht deshalb über keine eigene Messzelle und Steuerschaltkreise zu verfügen; die Kamera übernimmt die gesamte Arbeit. Da die Kamera mit dem Blitzgerät kommuniziert, brauchen auch keine Einstellungen vom Blitzgerät auf die Kamera – und umgekehrt – per Hand übertragen zu werden.

TTL-Messung
Belichtungsmessung „Through The Lens“, also durch das Objektiv. Dabei werden alle Verlängerungsfaktoren durch eventuelle Auszugsverlängerungen automatisch berücksichtigt.

Twain
Software-Schnittstelle zur Bedienung eines Scanners oder einer Digitalkamera aus vorhandenen Anwendungen heraus. Twain ist eine universelle Schnittstelle zur Bilddigitalisierung und Bezeichnung für einen 1992 vorgestellten Schnittstellen-Standard, der die Ansteuerung von Scannern und ähnlichen Bilderzeugungsgeräten gewährleistet. Der Twain-Treiber ist inzwischen zum wichtigsten Scanner-Standard geworden, und stellt etwa der Bildbearbeitungs-Software, aber auch jeder anderen Software, eine definierte Schnittstelle zur Verfügung, über die sie einen Scanner erreichen kann. Die Bedeutung des Namens Twain ist übrigens nicht dokumentiert. Die weitverbreitete Deutung „Toolkit Without An Important Name“, die soviel wie %#132;Werkzeug ohne wichtigen Namen“ bedeutet, sollte als Spott aufgefaßt werden.

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Twain-Treiber
Spöttische Abk. für „Toolkit Without An Important Name“. Standardisierte Software-Schnittstelle zwischen Software-Programmen und Bildverarbeitungs-Hardware wie zum Beispiel Scannern und digitalen Kameras. Dadurch kann jede Software (sofern sie mit einer TWAIN-Schnittstelle ausgestattet ist) auf die angeschlossenen Geräte zugreifen und diese ansteuern. Verfügt ein Programm also über eine TWAIN-Schnittstelle, dann können Bilder direkt von diesem Programm aus bearbeiten werden, ohne dass auf eine spezielle Scan-Software zurückgegriffen werden müsste.

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