Photolexikon Buchstabe F




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Index aller Einträge


FP-Kontakt | Farben | Farbfilm | Farbkuppler | Farbmanagement | Farbraum | Farbrauschen | Farbstich | Farbtemperatur | Farbtiefe | Farbvergrößerungsfehler | Feinkornentwickler | Fernauslöser | Fernobjektiv | Ferrotypie | Festbrennweite | Film | Filmempfindlichkeit | Filter | Filterfaktor | Fischaugenobjektiv | Fixfokus-Kamera | Fixfokus-Objektiv | Fixierbad | Flexizone-Autofokus | Flintglas | Floating Element | Fluoridlinse | Fokus | Fokussieren | Format | Fotoalbum | Fotograf | Fotografie | Fotogramm | Fotogrammetrie | Fotolabor | Fotolampe | Fotomontage | Fotopapier | Fresnellinse | Fuzzy Logic | Förderliche Blende | Film, chromogener | Filter für Farbfotografie | Filter für Infrarotfotografie | Filter für SW-Fotografie | FP-Kontakt | Fresnellinse


Farben
Drei Faktoren tragen dazu bei, daß wir die Welt in Farben sehen: eine "weiße" Lichtquelle, wie beispielsweise die Sonne oder eine Glühbirne. Gegenstände, die manche Wellenlängen reflektieren und andere absorbieren und deshalb farbig erscheinen, und die Fähigkeit des menschlichen Auges, bestimmte Gruppen von elektromagnetischen Wellen als Licht entsprechender Farben wahrzunehmen. Das Licht selbst ist die Quelle aller Farben. Die meisten weißen Lichtquellen wie z.B. die Sonne, emittieren Licht von gemischter Wellenlänge.Wenn Licht auf ein farbiges Material fällt, werden nur die dieser Farbe entsprechenden Wellenlängen zurückgestrahlt bzw. wenn es sich um transparentes Material handelt, durchgelassen. Man kann das leicht beweisen, indem man im Studio eine rote Rose anstrahlt und dann einen Blaufilter vor die Lichtquelle schaltet. Die Rose erscheint dann fast schwarz, weil das Licht, mit der sie jetzt angestrahlt wird, nur aus Wellenlängen besteht, die sie nicht reflektieren kann. Der dritte Faktor, das menschliche Auge, wirkt sich ebenfalls auf unser Farbempfinden aus. So sprechen beispielsweise die Sinneszellen des Auges, die für das Erkennen von Farben zuständig sind, nur auf Wellenlängen zwischen 400 bis 700 Nanometer an, die das blaue und rote Ende des sichtbaren Spektrums bilden. Wellenlängen außerhalb dieses Bereichs, z.B. Infrarot oder Ultraviolett, rufen im menschlichen Auge keine Reaktion hervor. Alle sichtbaren und unsichtbaren Lichtwellen sind Teil des elektromagnetischen Spektrums, zu dem auch Röntgenstrahlen, Mikrowellen oder Radiowellen gehören.

PhotoWissen Band 2 Helligkeit und Farbe stellt ausführlich dar, wie wir Farben wahrnehmen und wie wir sie, vor allem in der Photographie, reproduzieren.

Farbfilm
Moderner Farbfilm besteht aus drei lichtempfindlichen Schichten, die jeweils für einen gewissen Spektralbereich sensibilisiert sind. Auf dem Schichtträger liegt eine panchromatische rotempfindliche Schicht, darüber eine orthochromatische grünempfindliche Schicht. Eine Gelbfilterschicht darüber bewirkt, daß blaues Licht nicht in die unteren Schichten eindringen kann. Auf der Gelbfilterschicht liegt schließlich eine blauempfindliche Schicht. Während der Entwicklung sorgen die Farbkuppler dafür, daß belichtetes Silberhalogenid in die entsprechenden Farbstoffe umgewandelt wird. Die ersten Farbfilme dieser Bauart waren 1935 der Kodachrome und wenig später der Agfacolor.

Farbkuppler
Farblose chemische Verbindungen, aus denen während der Entwicklung gemäß dem Silberbild in jeder Schicht des Farbfilms das Farbstoffbild aufgebaut wird. Hervorgerufen wird diese Reaktion durch die Oxidationsprodukte des Farbentwicklers, die sich mit dem Farbkuppler zu Farbstoff verbinden. Im nachfolgenden Bleichfixierbad (Bleichbad) wird das Silber aus der Emulsion herausgelöst, wonach ein reines Farbstoffbild zurückbleibt.

Farbmanagement
Bezeichnung für die Kalibrierung (Abstimmung) von allen an der Verarbeitung von Farbbildern beteiligten Geräten (Monitoren, Scannern, Farbdruckern, etc.). Mit Hilfe eines Farbmanagementsystems werden beispielsweise die Daten eines Scanners zunächst in Werte für einen Standardfarbraum umgerechnet. Danach werden diese Daten so aufbereitet, so dass der Drucker fehlerfreie Ausdrucke erstellen kann.

Farbraum
Die Farben eines Bildes können, abhängig von der Verwendung, in der elektronischen Bildbearbeitung durch unterschiedliche Modelle, auch Farbräume genannt, repräsentiert werden. Am häufigsten verwendet werden der RGB-Farbraum und der CMGS-Farbraum.
Der RGB-Farbraum besteht aus je einem Kanal der additiven Grundfarben Rot, Grün und Blau. Er wird vorwiegend zur Bildeingabe über einen Scanner und zur Monitordarstellung benutzt.
Der CMYK-Farbraum besteht aus je einem Kanal der subtraktiven Grundfarben Blaugrün (Cyan), Purpur (Magenta) und Gelb, ergänzt um einen Grautonkanal (Schwarz). Er findet Verwendung für Ausdrucke über einen Farbdrucker, sowie für den Vierfarbdruck in der Druckindustrie.

Diagramm zum Groessenvergleich versch. Farbraueme

Diagramm zum Größenvergleich versch. Farbräume

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Farbrauschen
Unangenehmerer Anteil des Rauschens (nach dem Helligkeitsrauschen), welcher durch die Verteilung von vielen bunten Bildpunkten, besonders innerhalb dunkler, gleichmäßiger Flächen auffallen.

Bild ohne Farbrauschen

Bild ohne Farbrauschen

Bild mit Farbrauschen

Bild mit künstlich verstärktem Farbrauschen

PhotoWissen Band 3 Kontrast stellt ausführlich dar, wie das Rauschen bei digitalen Aufnahmesystemen entsteht und welche Rolle es für deren Dynamikbereich spielt.

Farbstich
Bei einem farbstichigen Bild ist ein Farbanteil unnatürlich stark vorhanden.

Bild ohne Farbstich

Bild ohne Farbstich

Bild mit Rotstich

Bild mit Rotstich

Farbtemperatur
Maßzahl für die spektrale Energieverteilung einer Lichtquelle. Die Farbe des von einer Lichtquelle ausgesandten Lichtes hängt von verschiedenen Eigenschaften dieser Lichtquelle ab. Handelt es sich um einen so genannten Temperaturstrahler (z.B. Tageslicht, Glühlampe, Blitzlicht, Halogenlampe usw.), so strahlt er ein kontinuierliches Spektrum aus und ist mit dem aus der Physik bekannten theoretischen schwarzen Körper verwandt. Dieser schwarze Körper absorbiert sämtliche auf ihn einfallende Energie und besitzt selbst keine Reflexion. Bei Erwärmung ändert er seine Farbe von Rot- über Weiß- zur Blauglut. Als Temperaturmaß wird die Skala von Kelvin benutzt, die beim absoluten Nullpunkt (-273°C) beginnt. Mit zunehmender Temperatur erhöht sich der Blauanteil der Lichtquelle während bei geringerer Temperatur der Rotanteil überwiegt. Es ist also möglich, die Farbverteilung einer Lichtquelle direkt in Kelvin (°K) anzugeben. Farbfilme sind zumeist auf mittleres Tageslicht (5500°K) abgestimmt, was etwa einem Sonnenstand von 30° entspricht. In der Mittagszeit fällt die Farbtemperatur höher aus, in den Momenten des Sonnenauf- oder -untergangs hingegen ist sie beträchtlich niedriger. Daneben gibt es auf Kunstlicht (3200°K) abgestimmte Farbfilme, die der Farbtemperatur von Nitraphotlampen oder hinreichend genau von Halogenscheinwerfern entsprechen. Weicht nun die Farbtemperatur der Lichtquelle von dem Wert des verwendeten Filmmaterials ab, so dient ein Konversionsfilter zur Vermeidung eines Farbstiches. Bei Video- oder Digitalkameras nennt man die Angleichung der Farbtemperatur der Lichtquelle an die Aufnahmeabstimmung der Kamera Weißabgleich.

Farbtemperaturen

Kelvin Grade und die entsprechenden Farben

Farbtiefe
Eine in der elektronischen Bildbearbeitung verwendete Angabe über die Anzahl der verwendeten oder zur Verfügung stehenden Farbtöne. Die Farbtiefe wird in Bit angegeben, wobei Bilddatentypen mit 256 Farben oder Grautönen eine Farbtiefe von 8 Bit aufweisen, eine Farbtiefe von 24 Bit entspricht dem Bilddatentyp RGB-Echtfarben mit 16,7 Millionen Farbtönen. Scanner arbeiten meist mit einer höheren Farbtiefe als 24 Bit, um der nachfolgenden Bildbearbeitung einen größeren Spielraum zu verleihen. Die Anzahl der darstellbaren Farben ergibt sich aus der Potenz 2^x wobei x für die Farbtiefe steht.

Farbtiefe (Bit)  Farbtöne
1                2
4                16
8                256
16               65.536
24               16.777.216
36               68.719.476.736
42               4.398.046.511.104
48               281.474.976.710.656

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Farbvergrößerungsfehler
Linsen-Abbildungsfehler, letztlich ein Maßstabsfehler, der durch die chromatische Aberration in Abhängigkeit von der sphärischen Aberration mit entsteht. Dadurch, daß für Lichtstrahlen unterschiedlicher Wellenlänge im Bildraum unterschiedliche Brennpunkte existieren, wird ein flächiges Motivteil mit, je nach Farbe, unterschiedlichen Abbildungsmaßstäben wiedergegeben, einem geringfügig größeren im roten Spektralbereich gegenüber den blauen Wellenlängen. Die Folge sind Farbsäume, die nicht durch Abblenden gemindert werden können, da Abblenden nur die Schärfentiefe vergrößert, nicht aber die Brennweitenfehler beseitigt. Korrigiert ist dieser Abbildungsfehler bei einem Apochromaten. Aus diesem Grund haben sich Apochromaten als erstes für professionelle Reproduktionszwecke durchgesetzt, bei denen der Farbvergrößerungsfehler besonders kritisch in Erscheinung tritt.

Feinkornentwickler
Entwickler für die Verarbeitung von Schwarzweißnegativfilm, die die Anballung von metallischem Silber während der Entwicklung unterdrücken, und daher zu besonders feinkörnigen Ergebnissen führen. Feinkornentwickler eignen sich für niedrig oder normal empfindliches Filmmaterial.

Fernauslöser
Findet Verwendung wenn Langzeit- oder auch Makroaufnahmen gemacht werden. Der Vorgang des Auslösens wird von der Kamera selbst an das Ende des Drahtauslösers verlegt ,wodurch unerwünschte Vibrationen und Erschütterungen, die oft bei Langzeitbelichtungen zu Unschärfen führen können, ausgeschlossen werden.

Fernobjektiv
Ein Objektiv, dessen Brennweite deutlich länger als die des Normalobjektivs ist, und dessen Bildwinkel daher kleiner ausfällt. Speziell meint man damit einen Objektivtyp, der nicht als Teleobjektiv mit verkürzter Schnittweite ausgeführt ist, und dessen Baulänge weitgehend der Brennweite entspricht. Solche Objektive sind nicht selten als zweilinsige Achromaten aufgebaut, und können sowohl an einer Kleinbild-, alsauch an einer Mittelformatkamera zum Einsatz kommen. Die Lichtstärke fällt dabei geringer als die neuer Telekonstruktionen aus.

Ferrotypie
Alternatives Entwicklungsverfahren zur Daguerreotypie, die ähnlich der Ambrotypie funktioniert. Dabei wird ein Kollodiumnegativ vor eine geschwärzte Eisenplatte gesetzt. Es entwickelt sich ein Positiveindruck. Dieses Verfahren war besonders in Amerika sehr beliebt und wurde in Deutschland bis in die 20ger Jahre des 21. Jahrhunderts genutzt.

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Festbrennweite
Objektiv mit nur einer Brennweite. Festbrennweiten stehen im Gegensatz zu Zoom-Objektiven, haben aber Aufgrund ihrer Konstruktion bessere Abbildungseigenschaften.

Film
Ein flexibler Schichtträger für lichtempfindliche Emulsionen. Mit der Erfindung des Rollfilms durch George Eastman im Jahre 1884, der ab 1888 auf einer transparenten Zelluloidunterlage hergestellt wurde, verbreitete sich der Film als neues Aufnahmematerial schnell gegenüber der Glasplatte. Man unterscheidet Negativ- und Diafilme, Farb- und Schwarzweißfilme, Tageslicht- und Kunstlichtfilme.

Film, chromogener
Ein Schwarzweißfilm, dessen Emulsion ähnlich aufgebaut ist, wie die eines Farbfilms. Farbkuppler bilden dabei während der Entwicklung ein Farbstoffbild. Chromogene Schwarzweißfilme wirken fast kornlos, und besitzen einen größeren Belichtungsspielraum, als klassischer Schwarzweißfilm. Es ist jedoch die Entwicklung in einem Farbprozeß erforderlich. Der erste chromogene Film war 1980 der Ilford XP 1.

Filmempfindlichkeit
Informiert über die Empfindlichkeit eines Films. Die Angabe erfolgt in ISO-Werten. Ersetzt die früher gebräuchlichen DIN- und ASA- (American Standard Association) Angaben. Siehe auch Empfindlichkeit.

Filter
Zwei Bedeutungen:
1. Filter sind planparallele Scheiben aus Glas, Gelatine oder Kunststoff ohne lichtbrechende Wirkung, die zur Beeinflussung des Aufnahmelichts dienen. Man kann sie grob in folgende Gruppen einteilen:
Filter für die Schwarzweißfotografie: UV-Filter, Gelbfilter, Orangefilter, Rotfilter, Grünfilter.
Filter für die Farbfotografie: UV-Filter, Skylightfilter und die Konversionsfilter KB-Filter und KR-Filter.
Effektfilter: Weichzeichner, Sternfilter, Prismenvorsätze u.s.w.
Eine Sonderstellung nimmt der Polarisationsfilter ein, der Licht nur in einer einstellbaren Schwingungsebene passieren läßt, was Spiegelungen unterdrückt.
Filter für das Fotolabor: Farbvergrößerungsgeräte verfügen über einen Filterschacht, in dem Folienfilter der Ausfilterung dienen.

2. In der elektronischen Bildbearbeitung sind Filter Funktionen der Bildbearbeitungs-Software, mit denen das Bild manipuliert und verändert werden kann. Dazu zählen Effekte wie "Ölgemälde", "Kohlezeichnung", "Relief", "Mosaik", "Solarisation" u.s.w.

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Filter für Farbfotografie
Neben dem UV-Filter, welcher ultraviolettes Licht sperrt, und die vom ultravioletten Licht verursachten leichten Unschärfen in der Fernsicht beseitigt, finden in der Farbfotografie Korrektur- oder Konversionsfilter Verwendung, die die Farbtemperatur des Aufnahmelichts anpassen. Der Skylightfilter ist leicht rosa eingefärbt, was zu etwas wärmeren Farbtönen führt, und dem Anstieg der Farbtemperatur in der Mittagszeit ein wenig entgegenwirkt. Eine stärkere Korrektur der Farbtemperatur bewirken die Konversionsfilter, die es in verschiedenen Stärken und in bläulicher (KB) und rötlicher (KR) Einfärbung gibt. Nun erhöhen die bläulichen Konversionsfilter die Farbtemperatur des Aufnahmelichts, und gestatten Aufnahmen bei Kunstlicht auf Tageslichtfilm. Die rötlichen Filter drosseln die Farbtemperatur des Aufnahmelichts und erlauben Tageslichtaufnahmen auf Kunstlichtfilm. Die FL-Konversionsfilter mildern den Grünstich in Aufnahmen, bei denen hauptsächlich Leuchtstoffröhren als Lichtquelle dienen, und die auf Tageslichtfilm belichtet werden sollen. Dieser Farbstich entsteht, weil Leuchtstoffröhren kein kontinuierliches Spektrum abstrahlen.

Filter für Infrarotfotografie
Für Infrarotaufnahmen werden Filter benötigt, die den blauen Lichtanteil und unter Umständen noch weitere Spektralbereiche des sichtbaren Lichts sperren. Dafür verwendet man die aus der Schwarzweißfotografie bekannten Gelb-, Orange- oder Rotfilter. Der Infrarot- und so genannte Schwarzfilter sperrt schließlich sämtliches sichtbare Licht, und läßt nur noch infrarote Strahlung passieren.

Filter für Schwarzweißfotografie
Neben dem UV-Filter, welcher ultraviolettes Licht sperrt, und die vom ultravioletten Licht verursachten leichten Unschärfen in der Fernsicht beseitigt, finden in der Schwarzweißfotografie Farbfilter Verwendung, die die Grautonwiedergabe der Farben beeinflussen, weil sie die Eigenfarbe aufhellen und die Komplementärfarbe abdunkeln: Gelbfilter, Orangefilter, Rotfilter, Grünfilter. So verbessern der Gelb- und der Orangefilter die Tonwertwiedergabe des Himmels, während der Rotfilter diese übersteigert. Ein Grünfilter kann bei Portraitaufnahmen die Wiedergabe der Hauttöne verbessern.

Filterfaktor
Abgesehen vom UV-Filter absorbieren alle anderen Filter Licht aus dem Spektrum des Aufnahmelichts. Dies muß bei der Belichtung berücksichtigt werden. Geschieht die Belichtungsmessung allerdings durchs Objektiv (TTL-Messung) und damit durch den Filter, so ergibt sich diese Korrektur von selbst. Bei anders ermittelter 20 Belichtungsmessung kommt der Filterfaktor des verwendeten Filters zum Tragen. Der Filterfaktor ist ein Verlängerungsfaktor, und wird vom Filterhersteller angegeben. Filterfaktor 2 bedeutet demnach, daß die Belichtungszeit verdoppelt werden muß, Filterfaktor 4, daß sie vervierfacht werden muß, also statt 1/250 Sek. 1/60 Sek.

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Fischaugenobjektiv
Auch Fisheye-Objektiv genannt. Ein extremes Weitwinkelobjektiv mit einem Bildwinkel von 180° oder mehr, bei dem die tonnenförmige Verzeichnung praktisch nicht korrigiert ist, was einen auffälligen Bildeffekt zur Folge hat. Alle Linien, die nicht durch die Bildmitte verlaufen, werden zum Bildrand hin durchgebogen. Bezogen auf das Kleinbildformat liegen die Brennweiten von Fisheye-Objektiven bei 6mm bis 17mm. Die Schärfentiefe dieser Objektive ist enorm groß. Untergliedert wird diese Objektivgattung in Diagonal-Fisheye-Objektive (rechteckiges, formatfüllendes Bild) und Zirkular-Fisheye-Objektive (kreisrundes Bild im ansonsten schwarzen Bildformat).

Aufnahme mit einem zirkularen Fischaugenobjektiv

Aufnahme mit einem zirkularen Fischaugenobjektiv

Aufnahme mit einem diagonalen Fischaugenobjektiv

Aufnahme mit einem diagonalen Fischaugenobjektiv

Fixfokus-Kamera
Fixfokus-Kameras sind Kameras ohne Autofokus-System. Bei solchen Kameras sind Schärfepunkt und Blende so eingestellt, dass in einem bestimmten Entfernungsbereich alles scharf dargestellt wird. Fixfokus-Systems haben eine erheblich verlängerte Nahgrenze und eine kleinere Arbeitsblende.

Fixfokus-Objektiv
Ein Objektiv, welches nicht zur Entfernungseinstellung verstellt werden kann. Es wird fest auf eine Hyperfokaldistanz eingestellt, von der aus die Schärfentiefe eine zufriedenstellende Schärfe vom Nahbereich bis unendlich ermöglicht. Fixfokus-Objektive sind daher weniger lichtstark oder weitwinkelig ausgelegt, und kommen in einfachen Kameramodellen wie Boxkameras zum Einsatz.

Fixierbad
Im Fixierbad werden die nicht belichteten Silberhalogenide nach der Entwicklung aus der Emulsion entfernt, und das Material damit lichtunempfindlich. Das Fixierbad wird als Lösung aus Fixiersalz hergestellt, das aus Natrium- oder Ammoniumthiosulfat besteht. Der Vorgang des Fixierens war die entscheidende Erfindung der Fotografie.

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Flexizone-Autofokus
von der Firma Canon ursprünglich für Camcorder entwickeltes Autofokus-System, bei dem – im Gegensatz zu Mehrpunkt-Autofokus-Systemen – nicht auf festtdefinierten Stellen bzw. Punkten, sondern auf jeder beliebiger Stelle im Bild automatisch scharfgestellt werden kann. Die Wahl des Messpunktes erfolgt entweder automatisch (die Kamera versucht herauszufinden, an welcher Stelle sich das Hauptmotiv befindet) und/oder manuell (mit Cursor-Tasten bzw. mit einem Joystick).

Flintglas
Viel verwendetes optisches Glas mit einer Abbe-Zahl kleiner als 50, welches durch Beimischen von Bleioxyd erschmolzen wird. Ein Achromat besteht aus einer Sammellinse aus Kronglas und einer Zerstreuungslinse aus Flintglas.

Floating Element
(engl. = bewegtes Linsenglied) Bei der Einstellung auf kürzere Entfernungen ändert ein Objektiv mit floating element neben dem Auszug auch die Lage von Linsengruppen zueinander, während bei konventionellen Objektiven das Objektiv als Ganzes um den Auszug verschoben wird. Durch diese Maßnahme wird dem Abfall der Abbildungsleistung im Nahbereich entgegengewirkt, und der Korrekturzustand für einen größeren Umfang an Abbildungsmaßstäben erhalten. Hauptsächlich findet man "floating elements" in Makro- und Superweitwinkelobjektiven.

Fluoridlinse
Linse aus einer Glassorte mit einer Abbe-Zahl zwischen 20 und 40, die durch das Beimischen von Fluorid (z.B. Lanthanschwefelfluorit) erschmolzen wird. In gewissem Sinn handelt es sich hierbei nicht mehr um Glas, sondern um Übergangsformen zwischen Glas und Kristall, die allerdings wie Glas verarbeitet werden können. Diese Linsen werden verwendet, um einen Apochromaten oder einen Superachromaten aufzubauen.

Fokus
Brennpunkt. Der Punkt auf der Bildebene an dem sich alle parallel zur optischen Achse eines Objektivs einfallenden Lichtstrahlen treffen. Dort entsteht das scharfe Bild.

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Fokussieren
Fokussieren heißt Scharfstellen.
Die Brennweite ist definiert als jene Bildweite, bei der ein im Unendlichen gelegenes, also sehr weit entferntes Objekt, z.B. ein Berg am Horizont, ein Gebäude auf der anderen Seite der Stadt oder der Mond am Himmel, scharf abgebildet wird. In exakt dieser Bildweite liegt die Filmebene. Daraus folgt, daß das scharfe Abbild eines Objekts das näher liegt als unendlich, hinter der Filmebene zu liegen kommt. Dies illustriert die nachstehende Abbildung. Sie zeigt in a) die Konstellation, in der ein im Unendlichen gelegenes Objekt in der Filmebene abgebildet wird, b) zeigt die Konstellation, in der das scharfe Abbild eines näher als unendlich gelegenen Objekts bei derselben Fokuseinstellung hinter der Filmebene zu liegen kommt. Wenn wir ein scharfes Bild dieses näher als unendlich gelegenen Objekts aufnehmen wollen, müssen wir das Objektiv also so weit von der Filmebene entfernen, dass das scharfe Abbild genau auf ihr zu liegen kommt. Diesen Vorgang, den Abgleich von Brennpunkt und Aufnahmeebene, nennen wir Fokussieren und Ihnen ist bestimmt auch schon aufgefallen, dass sich die Länge der meisten Objektive vergrößert je kürzer Sie die Entfernung einstellen. Abb. 24 c) zeigt, wie das Abbild dieses nähergelegenen Objekts durch Entfernung der Linse von der Filmebene mit dieser in Übereinstimmung gebracht wird.

Schemazeichnung des Zusammenhangs zwischen Brennpunkt und versch. Fokuseinstellungen

Schemazeichnung des Zusammenhangs zwischen Brennpunkt und versch. Fokuseinstellungen

Format
Abmessungen als auch Seitenverhältnis eines Bildes. Bei Kleinbild-Fotos ist ein Seitenverhältnis von 3:2 (Format: 24 x 36 mm) gegeben. Bei digitalen Bildern ist das Seitenverhältnis 4:3, kann aber bei einigen Kameras auf 3:2 umgeschaltet werden.

Fotoalbum
Plural: Fotoalben Um 1860 stieg die Nachfrage nach Alben, um die Papierabzüge unterzubringen. Die ersten Fotoalben hatten wenige Seiten aus steifer Pappe, in die die Atelierbilder in vorgestanzten Ausschnitten eingelegt werden konnten. Der Einband dieser Alben war durchweg aus kostbarem Material wie gepunztem Leder, Plüsch oder Perlmutt. Nach 1920 wurden die Alben dicker und weniger kostbar. Nun dienten sie der Präsentation der im Rahmen der Amateurfotografie zunehmenden Menge selbst gemachter Bilder, und wurden von den Benutzern gern thematisch aufgebaut.

Fotograf
Die Person, die mittels einer Kamera (berufsmäßig) Fotografien anfertigt. Die so entstandenen Fotografien sind durch Urheberrechtsgesetze geschützt. Im Zweifelsfall gilt jene Person als Urheber, welche den Auslöser der Kamera betätigt hat. In der Bundesrepublik Deutschland ist der Beruf des Fotografen ein Handwerk, das in einer dreijährigen Ausbildung erlernt werden kann. Personen, die eine derartige Ausbildung nicht absolviert haben, jedoch dennoch ihren Lebensunterhalt mit dem Anfertigen von Fotografien bestreiten, verwenden daher andere Berufsbezeichnungen, z.B. Foto-Designer. Personen, welche Fotografien ohne finanzielles Interesse anfertigen, werden als Amateurfotografen bezeichnet.

Fotografie
(1)Die Verfahren zur Herstellung dauerhafter, durch Licht oder elektromagnetische Strahlen erzeugter Bilder.
(2) Das einzelne Lichtbild, das Foto.

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Fotogramm
Kameralose Fotografie, ihr Prinzip beruht auf der unmittelbaren Belichtung des Fotopapiers, auf oder über das vorher Gegenstände und Materialien plaziert wurden. Abhängig von deren Lichtdurchlässigkeit, Gestalt und Stellung zur Lichtquelle ergeben sich auf dem Papier mehr oder minder scharf umrissene Flächen oder Schlagschatten. Die ersten Fotogramme wurden bereits um 1837 von William Henry Fox Talbot angefertigt. Den Bauhaus-Mitarbeiter László Moholy-Nagy (1895 - 1946) führte die Arbeit mit diesem Verfahren zu der Auffassung, daß das eigentlich wesentliche Werkzeug von Fotografen die lichtempfindliche Schicht, und nicht die Kamera sei.

Fotogrammetrie
Ein Wissenschaftszweig, der Messungen auf Basis von fotografischen Aufnahmen durchführt. Die Verwendung von Luft- oder Satellitenaufnahmen zur Landvermessung und Landkartenerstellung ist ein Beispiel für Fotogrammetrie.

Fotolabor
Eine Dunkelkammer ist ein völlig verdunkelbarer Raum, in dem lichtempfindliche fotografische Materialien offen verarbeitet werden können, z.B. zum Vergrößern von Negativen. Eine technisch voll ausgestattete Dunkelkammer wird auch als Fotolabor bezeichnet.

Fotolampe
Eine Glühbirne für fotografische Zwecke als künstliche Lichtquelle, in Stärken bis 500 Watt lieferbar, die Licht in einer Farbtemperatur von 3200°K (Kunstlicht) abgibt. Diese Lichtquelle findet zumeist bei der Anfertigung von Reproduktionen Verwendung.

Fotomontage
Kombination von mehreren Aufnahmen oder Ausschnitten daraus, die zu einem neuen Bild zusammengefügt werden. Dies kann durch das Zusammenkleben von einzelnen fertigen Bildteilen geschehen, oder durch Doppeloder Mehrfachbelichtung während der Aufnahme oder der Vergrößerung. Als Schöpfer der ersten Fotomontagen gilt der englische Fotograf Henry Peach Robinson (1830 - 1901), der ab 1858 theatralisch wirkende Szenen aus mehreren Negativen komponierte.

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Fotopapier
Lichtempfindliches Material zur Herstellung von positiven Aufsichtsbildern im Fotolabor. Man unterscheidet zwischen zwei prinzipiell verschiedenen Arten von Fotopapieren:
(l) Polyäthylenbeschichtete Fotopapiere (RC-Papier): Sowohl als Farbpapier, als auch als Schwarzweißpapier verwendet. Infolge des nicht saugfähigen Schichtträgers ergibt sich eine vereinfachte, häufig maschinelle Verarbeitung. Schwarzweißpapiere werden in verschiedenen Gradationen geliefert. Farbpapiere existieren (abgesehen von einigen Spezialmaterialien) nur in einer bestimmten Gradation, da Farbnegativfilme und Farbumkehrfilme standardisiert entwickelt werden.
(2) Barytpapiere: Nur noch als Schwarzweißpapier in verschiedenen Gradationen erhältlich. Der Schichtträger besteht aus einem mit einer Barytschicht überzogenen festen Papierfilz. Barytpapiere machen längere Wässerungszeiten erforderlich.
Fotopapiere weisen verschiedene Oberflächen auf, die von matt über verschiedene Strukturen bis hochglänzend reichen.

FP-Kontakt
Ein elektrischer Kontakt zum Anschluß eines Blitzgeräts. Der FP-Kontakt wird für Kolbenblitzgeräte mit Blitzbirnchen verwendet, bei denen der Verschluß sich mit einer Verzögerung von etwa 10 Millisekunden öffnen muß, weil die Birnen erst dann ihre volle Leuchtstärke erreicht haben.

Fresnellinse
Sonderform einer Sammellinse, die durch ringförmige prismatische Ringe über die gesamte Linsenbreite sehr dünn ausfällt. Eine Fresnellinse wird in einigen älteren Spiegelreflexkameras als Ersatz für die Mattscheibe benutzt, und liefert ein sehr helles Sucherbild.

Fuzzy Logic
(engl. = unscharfe Logik) Ein Steuerungsprinzip für Prozessoren in der Kameraelektronik, in erster Linie der Belichtungsautomatik, bei der auch "unscharfe" oder "verschwommene" Daten zur Ergebnisbildung herangezogen werden. Diese "unscharfen" Daten basieren auf Wahrscheinlichkeiten oder Erfahrungen. Eine Fuzzy Logic Steuerung kann demnach neben den klassischen Zuständen der Logik "wahr" und "unwahr" auch Zwischenwerte bilden.

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