Photolexikon Buchstabe L




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Index aller Einträge


LAB | Langzeitsynchronisation | Laterna magica | Laufbodenkamera | Leitzahl | Leuchtzeit | Licht | Lichthof | Lichtmessung | Lichtschachtsucher | Lichtstärke | Lichtwert | Linse | Linsengleichung | Lochkamera | Low-Key | Low-Key-Effekt | LPI | Luftperspektive | Lux | Linse, asphärische | LZW


LAB
Das Lab-Farbmodell fußt auf dem Farbmodell, das 1931 von der Commission Internationale d'Eclariage (CIE) zur internationalen Norm für das Messen von Farben erklärt wurde. 1976 wurde dieses Modell verbessert und CIE Lab genannt. Lab-Farben bestehen aus einer Luminanz- oder Helligkeitskomponente und zwei chromatischen (farbigen) Komponenten.

PhotoWissen Band 2 Helligkeit und Farbe stellt ausführlich dar, auf welchen visuellen Grundlagen die Beschreibung des LAB-Modells beruht.

Abb. der CIE-Normfarbtafel

Abb. der CIE-Normfarbtafel
Die CIE-Normfarbtafel. Die Farben der Grafik stellen eine grobe Orientierung innerhalb des Farbraumes dar. Die auf Ausgabegeräten darstellbaren Farben beschränken sich auf eine dreieckige Fläche im Inneren der Grafik. Die Abbildung ist farblich auf das Monitor-Gamut herunter skaliert. Die sattest-möglichen (kräftigsten) Farbtöne befinden sich an den Kanten des Dreiecks. Quelle: Wikipedia

Langzeitsynchronisation
Blitz-Technik, bei der mit einer längeren Verschlusszeit geblitzt wird. Da die Blitzdauer selbst wesentlich kürzer ist als die eingestellte Verschlusszeit, wird der Blitz entweder vor (Langzeitsynchronisation auf den 1. Verschlussvorhang) oder nach (Langzeitsynchronisation auf den 2. Verschlussvorhang) Ablauf der eingestellten Verschlusszeit gezündet. Die Blitz-Langzeitsynchronisation gestattet stimmungsvollere Blitzbilder, da die längere Verschlusszeit das Umgebungslicht einfängt, während das Blitzlicht das Motiv beleuchtet und dessen Bewegungen „einfriert“.

Laterna magica
Lateinisch: Zauberlaterne. Um 1640 möglicherweise von Athanasius Kircher erfundener Projektionsapparat, der Vorläufer des modernen Dia-Projektors und des Vergrößerungsgeräts. Mit der Laterna magica wurden schon vor der Erfindung der Fotografie durchsichtige Bildvorlagen, z.B. Malereien auf Glas, in öffentlichen Vorführungen gezeigt oder Bühneneffekte für Theateraufführungen gestaltet. Im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 entwickelte sich aus der Laterna magica auch das Vergrößerungsgerät.

Laterna Magica

Eine Laterna Magica, Quelle: Schulmuseum Ottweiler

Laufbodenkamera
Spezieller Typ einer Großbildkamera, früher auch von Mittelformat- und Kleinbildkameras, die sich sehr kompakt zusammenklappen lassen. Bei diesen Kameras läßt sich die Vorderseite des Gehäuse herunterklappen, und das Objektiv wird an einem Balgen auf einer Führungsschiene in die Aufnahmeposition geschoben. Andere Bezeichnungen für diesen Kameratyp sind Reisekamera oder Pressekamera.

Abb. einer Linhof Master Technika Laufbodenkamera

Abb. einer Linhof Master Technika Laufbodenkamera

Leitzahl
Angabe der Lichtleistung eines Blitzgeräts zur Ermittlung der Belichtungseinstellung. Aus der Leitzahl errechnet sich die einzustellende Blende aus der Entfernung zum Objekt nach der Formel: Leitzahl / Entfernung = Blende. z.B. Leitzahl 20, Entfernung 5 Meter, Blende 4. Die Leitzahl gilt für ISO 100/21° und für einen Leuchtwinkel von etwa 65°, der dem Bildwinkel eines 35mm-Kleinbildobjektivs entspricht. Je höher also die Leitzahl eines Blitzgeräts, desto leistungsstärker ist es.

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Leuchtzeit
Dauer des Lichtblitzes bei einem Blitzgerät. Die Blitzsynchronisation der Kamera sorgt dafür, dass der Zeitpunkt des Zündens erst dann stattfindet, während der Verschluss offen ist.

Licht
Licht ist ein kleiner Teil der elektromagnetischen Strahlung, nämlich jener Teil, für den das menschliche Auge empfindlich ist, auch sichtbares Spektrum genannt. Die Quelle allen natürlichen Lichts auf der Erde ist die Sonne. Wir können die verschiedenen Wellenlängen des Lichts unterscheiden, indem wir sie als Farben wahrnehmen. Die Wellenlänge des Lichts wird in Nanometer angegeben (1 Nanometer = 1 milliardstel Meter). Die Farben und ihre Wellenlängen sind:

410 blauviolett
470 blau
500 blaugrün
520 grün
550 gelbgrün
590 gelb
630 orange
700 rot

Die Farben des sichtbaren Lichtspektrums

Die Farben des sichtbaren Lichtspektrums

PhotoWissen Band 5 Natürliches Licht stellt ausführlich dar, was Licht ist und wie wir das Licht der Sonne, des Mondes und der Sterne für gute Photos nutzen können.

Lichthof
Als Lichthof bezeichnet man eine Unschärfe, die während der Belichtung in der Emulsionsschicht des Films durch Reflexion auftreten kann. Man unterscheidet Reflexionslichthof und Diffusionslichthof. Der Reflexionslichthof entsteht durch Licht, das an der Filmrückseite reflektiert wird, und somit, räumlich verschoben, erneut auf die Emulsion einwirken kann. Der Diffusionslichthof entsteht durch Reflexion am Silberkorn, wenn dadurch benachbarte Silberkörner belichtet werden. Der Diffusionslichthof tritt daher leichter in Filmen mit dickem Schichtaufbau auf. Durch beide Lichthoferscheinungen können an Bildstellen mit großen Helligkeitsunterschieden Überstrahlungen entstehen. (z.B. "Heiligenschein" um eine Glühbirne.) Beide Erscheinungen werden durch geeignete Maßnahmen im Filmaufbau unterdrückt, lassen sich aber nicht gänzlich beseitigen.

Lichtmessung
Methode der Belichtungsmessung, bei der die Lichtmenge gemessen wird, die auf das Objekt trifft. Eine Methode der Belichtungsmessung, bei der die Stärke des auf den Gegenstand fallenden Lichtes gemessen wird. Handbelichtungsmesser mit einer Diffusorkalotte beherrschen diese Meßmethode, man mißt vom Objekt zur Kamera. Im Zweifelsfall ist ein Meßergebnis aus der Lichtmessung zuverlässiger, als ein Ergebnis aus einer Objektmessung.

Lichtschachtsucher
Ein zusammenklappbarer Sucheraufsatz bei Spiegelreflexkameras, bei dem das Sucherbild direkt auf der Mattscheibe beobachtet wird. Der Lichtschachtsucher zeigt ein seitenverkehrtes Bild des Objektes.

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Lichtstärke
1. Verhältnis des größten Öffnungsdurchmesser des Objektivs zu dessen Brennweite. Sie entspricht der kleinsten Blendenzahl bzw. der größten Öffnung.
2. Leuchtkraft von Lichtquellen, gemessen in Candela.
Die Lichtstärke oder das Öffnungsverhältnis ist eine wichtige Kerngröße eines jeden Objektivs. Sie wird als Verhältniszahl des größten Öffnungsdurchmessers zur Brennweite errechnet, und gibt an, bis zu welcher Blende das Objektiv aufgeblendet werden kann. So hat ein Objektiv der Brennweite 50mm und des Öffnungsdurchmessers 25mm die Lichtstärke 1:2, folglich beginnt die Blendenskala an diesem Objektiv mit Blende 2. Normalobjektive sind durchweg sehr lichtstark, sie liegen etwa zwischen 1:1 bis 1:2,8. Weitwinkelobjektive findet man mit Lichtstärken zwischen 1:1,4 bis 1:4, während die Lichtstärke von Teleobjektiven mit zunehmender Brennweite stark abnimmt, weil hier die Öffnung allein schon konstruktiv nicht beliebig vergrößert werden kann. Die Lichtstärke von Zoomobjektiven liegt meist unter der vergleichbarer Objektive mit fester Brennweite. Den Weltrekord, das lichtstärkste in Serie gefertigte Objektiv herausgebracht zu haben, hält Canon aus Japan seit 1961, als die Sucherkamera "Canon 7" mit einem 1:0,95/50mm erschien. Die Bildgüte des Rekordobjektivs enttäuschte allerdings. Theoretisch liegt die höchste Lichtstärke bei 1:0,5 - somit 200% lichtstärker als 1:1, dabei würde allerdings die hintere Linse in jedem Fall die Bildebene berühren.

Lichtwert
Abkürzung: LW. Englisch: Exposure Value / E.V. Eine 1954 eingeführte Skala zur Vereinfachung der Belichtungseinstellung, die eine Kombination aus Belichtungszeit und Blende umfaßt. Sie beginnt bei LW 0, entsprechend Blende 1 und 1 Sekunde, und zählt meist bis LW 20, entsprechend Blende 22 und 1/2000 Sekunde. Jede Erhöhung des Lichtwerts um 1 entspricht einer Verdoppelung der Belichtung, jede Verringerung des Lichtwerts um 1 einer Halbierung der Belichtung. Viele Handbelichtungsmesser zeigen die Lichtwertskala an, an einigen Zentralverschlußkameras oder -objektiven kann der Lichtwert direkt als Alternative zu einer Einstellung aus Belichtungszeit und Blende eingestellt werden. Durch die elektronisch gesteuerte Belichtungsautomatik verlor die Lichtwertskala ihre praktische Bedeutung.

Linse
Durchsichtiger Glas- oder Kunststoffkörper, der von zwei speziell geformten bzw. geschliffenen Kugelflächen begrenzt wird. Wenn ein Lichtstrahl auf die Grenzfläche zwischen Luft und Linse trifft, wird immer ein Teil des Lichts reflektiert. Der andere Teil dringt in die Linse ein, ändert dabei jedoch seine Richtung - das Licht wird gebrochen. In einem Objektiv sind unterschiedliche Linsen (Sammel (konvex)- und Zerstreuungslinsen (konkav)) zu einem Linsensystem vereint. Bei geeigneter Anordnung ermöglichen sie die einwandfreie optische Abbildung des Motivs auf der Bildebene (Film, Bildwandler). Optische Linsen sind Körper aus Glas, Kunststoff oder (selten) Kristall, die Flächen mit lichtbrechenden Eigenschaften aufweisen. Man unterscheidet Sammellinsen (oder konvexe Linsen), die in der Mitte dicker sind als am Rand, und die Lichtstrahlen zusammenlaufen lassen, also in einem Brennpunkt vereinigen, sowie Zerstreuungslinsen (oder konkave Linsen), welche in der Mitte dünner als am Rand sind, und das Licht auseinander laufen lassen. Ein einfaches Objektiv ist eine Sammellinse. Für ein brauchbares Objektiv wird aber ein System unterschiedlicher, auf einander abgestimmter Linsen benötigt.

Linse, asphärische
Eine Linse, deren Oberfläche an mindestens einer Seite von der Kugelform abweicht, und auf eine elliptische oder parabolische Form zurückgeht. Solche Linsen sind, auch wenn sich die Produktionsverfahren in den letzten Jahren stark vereinfachten, schwieriger und damit kostspieliger in der Herstellung. Mit derartigen Linsen lassen sich einige Abbildungsfehler, vor allem die sphärische Aberration, jedoch einfacher korrigieren. Daher findet man sie in zunehmendem Maße in anspruchsvollen Objektivkonstruktionen, in einfacher Form aber auch im Kondensor von Projektoren.

Linse, konkave, siehe: Zerstreuungslinse
Linse, konvexe, siehe: Sammellinse

Linsengleichung
Mathematische Gleichung, mit der die Verhältnisse beschrieben werden, die bei der Erzeugung eines optischen Bildes mit einer Linse herrschen:

1/f = 1/g + 1/b

Wobei:
f = Brennweite
g = Gegenstandsweite bzw. Objektweite
b = Bildweite

Durch Umstellungen und Erweiterungen dieser optischen Grundformel ergeben sich weitere Lösungsmöglichkeiten, zum Beispiel die Berechnung einer Projektionsbildgröße, die Ermittlung der Schärfentiefe oder das Einfrieren von Bewegung.

Lochkamera
Einfachste Form einer Camera obscura, ein Kameragehäuse, welches keine Linse oder kein Objektiv besitzt, sondern einzig ein kleines Loch. In einer Lochkamera wird die Abbildung allein durch Beugung des Lichtes erzeugt. Die optimale Lochgröße für eine derartige Kamera läßt sich nach einer vereinfachten Formel wie folgt berechnen:

D = Wurzel aus B/2000*1,9

wobei :
D = Durchmesser des Lochs
B = Bildweite

Eine Lochkamera, welche über eine optimale Lochgröße verfügt, ist zwar sehr lichtschwach, kann aber selbst ein Hochleistungsobjektiv in den Schatten stellen, weil keine Linsen-Abbildungsfehler die Bildgüte beeinträchtigen.

Lochkamera aus Holz

Selbstgebaute Lochkamera aus Holz

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Low-Key-Effekt
Ein Motiv, in welchem dunkle Tonwerte dominieren. Es wird relativ hart beleuchtet, um eine kontrastreiche, plastische Zeichnung zu erzielen, man arbeitet mit harter Gradation.

LPI
Abk. für lines per inch / Linien pro Inch. Maßeinheit für die Auflösung von Druckbildern (Punktzeilen je Zoll).

Luftperspektive
Die Luftperspektive (auch als atmosphärischen Perspektive oder Luftlicht bezeichnet) ist es geschuldet, daß wir entferntere Objekte im Hinblick auf Schärfe und Detailreichtum sowie Helligkeit und Farbigkeit verzerrt wahrnehmen. Die schwindende Schärfe und der mit der Entfernung zunehmende Blaustich bzw. die Aufhellung aller Tonwerte sind zwei Kriterien, aus denen unser visuelles System aufgrund von Erfahrung auf Entfernung und räumliche Tiefe folgert. Sie sind also erlernt.
Der Grund für die Entstehung der Luftperspektive liegt in der Natur der Atmosphäre. Sie enthält Partikel unterschiedlicher Größe, wie Staub, Wassertröpfchen, Gase und Aerosole. Diese verursachen das, was wir Dunst nennen, durch einen physikalischen Vorgang, den man nach seinem Entdecker Mie-Streuung nennt. Gustav Mies Berechnungen sagten 1908 voraus, daß regelmäßig geformte Teilchen, deren Durchmesser größer ist, als der Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts (400 bis 700 nm), die einfallende Strahlung mit zunehmender Größe immer mehr nur nach vorn und immer gleichmäßiger über das Gesamtspektrum streuen. „Nach vorn“ bedeutet in diesem Fall entgegen der Richtung, aus der das Licht einfällt und „gleichmäßig“, daß kein Wellenlängenbereich bevorzugt wird und sich alle Farben zu einem mehr oder weniger deutlichen Weiß ergänzen.
Da Streuung eine Art „Verschwimmen“ des Lichts ist, gehen mit zunehmender Entfernung die Details verloren und unsere Schärfewahrnehmung schwindet. Objekte in mittlerer Entfernung sind ganz besonders von der Streuung des kurzwelligen blauen- bzw. des UV-Anteils des Spektrums betroffen und erscheinen eben deshalb oft flau und blaustichig. Mit noch weiter zunehmender Entfernung (je mächtiger also die dazwischen liegende Luftschicht ist) nimmt der Effekt der Mie-Streuung immer mehr zu. Deswegen erscheint uns der Himmel da, wo er am Horizont am weitesten von uns entfernt ist, als weiß.
Der Effekt der Luftperspektive wird uns häufig erst richtig bewusst, wenn dieser Anhaltspunkt in Gebieten mit sehr reiner Luft fehlt. Dort erscheinen uns dann auch weit entfernte Landschaftsformen ganz nah und wir haben plötzlich Schwierigkeiten die Entfernungen richtig einzuschätzen.

PhotoWissen Band 1 Bildentstehung, raumtiefe und Größe stellt ausführlich dar, auf welchen visuellen und physikalischen Grundlagen die Wirkung der Luftperspektive beruht.

Das Luftlicht zwischen den Hoehenzuegen der Blue Ridge Mountains

Das Luftlicht zwischen den Höhenzügen der Blue Ridge Mountains

Lux
Maßeinheit für die Beleuchtungsstärke. 1 Lux (lx) ist die Beleuchtungsstärke einer Fläche, auf die pro m² ein Lichtstrom von 1 Lumen fällt. Lux benutzt man zur Angabe der Lichtempfindlichkeit von CCD-Bildwandlern, etwa in Videokameras. Die folgende Tabelle gibt einige Beleuchtungsstärken an:

5 Lux: Dämmerung
10 Lux: Kerzenlicht aus 10 cm Entfernung
100 Lux: gut beleuchtete nächtliche Straße
1 000 Lux: 1 Stunde vor Sonnenuntergang bzw. nach Sonnenaufgang
10 000 Lux: bewölkter Himmel
100 000 Lux: klare Mittagssonne

LZW
Ein von Lempel, Zif und Welsh entwickelter Kompressionsalgorithmus, der es erlaubt, den Speicherbedarf von Bitmaps ohne Qualitätsverlust zu verringern.

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