Photolexikon Buchstabe R




A | B | C | D | E | F | G | H | IJ | K | L | M | N | O | P | R | S | T | U | V | W | XYZ

Index aller Einträge


RAW | RGB
| Rasterweite | Rauschen | Rauschreduktion | Recht am eigenen Bild | Reprokamera | Restlichtverstärker | Retrofokus-Objektiv | Retrostellung | Retusche | Ringblitzgerät | Rollfilm | Rot-Augen-Effekt


Rasterweite
Anzahl der Rasterpunkte, die per Inch oder cm dargestellt werden. Angabe in Linien pro cm (L/cm) oder Linien pro Inch (LPI). Ein 60er Raster entspricht also 60 L/cm bzw. 152 LPI.

Rauschen
Bezeichnung für unerwünschte Signalstörungen. Als Maß wird das Signal-Rausch-Verhältnis (S/Nx) verwendet. Bei digitalen Bildern handelt es sich um Bildstörungen in Form von Helligkeits- (Helligkeitsrauschen) oder Farbunterschieden (Farbrauschen) zwischen eigentlich gleichen Bildpunkten. Die Störungen sind von der eigentlichen Bildinformation unabhängig und können fest oder zufällig auftreten. Statische Abweichungen entstehen durch Unterschiede zwischen den einzelnen Sensorzellen des Bildwandlers, beispielsweise durch abweichende Empfindlichkeiten. Zufällige Störungen sind prinzipbedingt, denn auch ohne Lichteinwirkung entstehen gewisse Ladungsmengen in den Sensorzellen. Dieser Vorgang nimmt mit steigender Temperatur zu (Thermisches Rauschen). Das Rauschen ist weiter abhängig von folgenden Faktoren: Je kleiner die Sensorzelle, desto weniger Licht fällt ein und desto höher ist der relative Anteil der Störladungen. Das Selbe gilt für dunkle Bildbereiche, in denen nur wenig Ladung durch Lichteinfall erzeugt wird. Hier fällt das Rauschen am meisten auf. Eine höhere ISO-Einstellung (= höhere Signalverstärkung) und längere Belichtungszeiten verstärken das Rauschen, ebenso nachfolgendes Aufhellen und Schärfen.

PhotoWissen Band 3 Kontrast stellt ausführlich dar, welche Rauscharten es in der digitalen Photographie gibt, auf welchen physikalischen Grundlagen sie beruhen und wie sie reduziert werden können.

Rauschreduktion
In Abhängigkeit von der Art des Rauschens können nach der Aufnahme entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Einige erfolgen häufig schon kameraintern, z.B. Weißkalibrierung gegen statisches Rauschen oder spezielle Funktionen zur Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtungen. Durch Rauschen verursachter Schärfeverlust kann jedoch nicht mehr kompensiert werden. Die Unschärfe nimmt eher noch zu. Deshalb gilt es, die Ursachen für das Rauschen zu minimieren, z. B.: starke Erwärmung der Kamera vermeiden; niedrige Empfindlichkeitseinstellung wählen; Belichtungszeit möglichst kurz halten.

RAW
Aus dem Englischen für Roh; Rohdaten-Format für Bilddateien. RAW-Dateien (falls Speicherung in diesem Format von der Kamera unterstützt) enthalten die Bildinformationen so wie sie direkt vom Bildwandler geliefert werden – ohne dass die Bilddaten einer kamerainternen Signalverarbeitung unterzogen werden. RAW-Dateien sind typischerweise kleiner als TIFF-Dateien, da die Farbinformationen erst nachträglich verarbeitet werden. Das RAW-Format kann – wie TIFF-Dateien – mit einem verlustfreien Dateiformat kombiniert werden (spezielles, herstellerspezifisches Programm vorausgesetzt).

Recht am eigenen Bild
Das Bildnis einer Person darf nur mit dessen Einwilligung verbreitet, vervielfältigt oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung sollte schriftlich oder mündlich vor Zeugen erfolgen. Das Recht am eigenen Bild dauert 10 Jahre nach dem Tod des Dargestellten an, und wird bei Verstorbenen von den Erben wahrgenommen, bei Nichtvolljährigen von den Erziehungsberechtigten. Für das Recht am eigenen Bild gibt es allerdings Ausnahmen. So können Behörden oder Gerichte Bildnisse ohne Einwilligung zum Zweck der Rechtspflege vervielfältigen. Eingeschränkt ist das Recht am eigenen Bild ferner bei Personen der Zeitgeschichte, etwa bei Politikern, Sportlern oder Künstlern, wenn das Bildnis die Person im Brennpunkt des öffentlichen Geschehens zeigt. Personen, die in einem Bild lediglich als Statist gezeigt werden, können dafür kein Recht am eigenen Bild geltend machen. Erhält eine Person für eine bildliche Darstellung ein Honorar, so gilt die Einwilligung zur Verbreitung im Zweifelsfall als erteilt.

Index

Reprokamera
Auch Reproduktionskamera. In der Reproduktionsfotografie zur Herstellung von Reproaufnahmen, d. h. von Halbton-, Raster- und Strichaufnahmen sowie von Farbauszügen für eine Wiedergabe in der Drucktechnik verwendete große, horizontal oder vertikal angeordnete Kamera (Aufnahmeformate bis 150x150 cm). Reprokameras sind fest installierte Spezialkameras, die sich über zwei Räume, einem Hellraum und einem Dunkelraum, erstrecken können.

Restlichtverstärker
Ein elektronisches Gerät, das das Bild eines Objektivs über eine Kathodenröhre 10.000- bis 30.000-fach verstärkt. Für spezielle Anwendungen gibt es Teleobjektive mit eingebautem Restlichtverstärker, die bei Mondschein und einem Film von ISO 400/27° noch Belichtungszeiten von ca. 1/500 Sekunde gestatten.

Retrofokus-Objektiv
Ein spezieller Konstruktionstyp von Weitwinkelobjektiven mit stark streuendem Vorderglied und sammelndem Hinterglied. Diese Objektive haben eine längere Schnittweite, als es der Brennweite entsprechen würde, und eignen sich daher für Spiegelreflexkameras, bei denen ein Objektiv wegen der Spiegelbeweglichkeit eine gewisse Distanz zur Bildebene einhalten muß. Ihr Nachteil liegt darin, daß ein gewisser Rest an tonnenförmiger Verzeichnung nicht beseitigt werden kann.

Retrostellung
Mittels eines Retroringes können Objektive um 180° gedreht verwendet werden. Dies ist bei Nahaufnahmen von Vorteil, wenn kein speziell korrigiertes Makroobjektiv zur Verfügung steht. So kann ein für große Entfernungen korrigiertes Normalobjektiv z.B. an einem Balgengerät verwendet werden, da sich bei Makroaufnahmen das Verhältnis von Bildweite zur Gegenstandsweite umkehren kann. Die Abbildungsqualität fällt dann bei einem solchen Objektiv besser aus, als wenn es nicht in die Retrostellung gedreht verwendet werden würde.

Retusche
Als Positiv- oder Negativretusche ein manueller Eingriff in das fotografische Abbild, der Schwächen des Motivs oder seiner Aufnahme nachträglich mit zeichnerischen Mitteln durch Farbauftrag korrigiert. In der Portraitfotografie des 19. Jahrhunderts war es allgemeine Praxis, Aufnahmen durch Entfernung von Runzeln, Falten oder Pickeln zu schönen. Auch in der heutigen Landschafts- oder Werbefotografie wird oft mit Retusche gearbeitet, um störende Details zu entfernen, Konturen oder Kontraste zu verstärken oder zu schwächen. Politische Bilddokumente sind in der Vergangenheit wiederholt durch Retusche verändert und gefälscht worden. Durch die elektronische Bildbearbeitung kann inzwischen sehr viel einfacher und ohne handwerkliche Tätigkeit retuschiert werden.

Index

RGB
Abk. für Rot, Grün, Blau - Grundfarben der additiven Farbmischung.

Ringblitzgerät
Ein Elektronenblitzgerät mit einer speziellen Blitzröhre, welche ringförmig um das Objektiv der Kamera angeordnet ist. Damit wird eine schattenlose Ausleuchtung des Motivs erreicht. Ringblitzgeräte werden z.B. bei Nahaufnahmen in der medizinischen Fotografie, für technische Detailaufnahmen oder zum Fotografieren von Modellen in der Table-Top-Fotografie verwendet. Es gibt separate Ringblitzgeräte, die mittels Adapter mit einem beliebigen Objektiv verbunden werden können, sowie Makroobjektive mit fest eingebautem Ringblitz, die so genannten Medical-Objektive.

Rollfilm
Ein mit einer Papierrückseite versehener und auf einer Holz-, Plastik- oder Metallspule konfektionierter Film. Rollfilm kam 1884 erstmals auf den Markt, und war ein Grund für den Erfolg der ersten Kodak Boxkamera. Heute ist Rollfilm für Mittelformatkameras in den Konfektionierungen 120 und 220 in Gebrauch.

Rote-Augen-Verminderung
Bei Personen- und Tieraufnahmen, bei denen ein Blitzgerät eingesetzt wird, kann es zu dem so genannten Rote-Augen-Effekt kommen, vor allem dann, wenn sich das Blitzgerät relativ nah an der optischen Achse des Objektivs befindet, so etwa bei Kameras mit eingebautem Blitzgerät. Dann fällt das Blitzlicht auf die stark durchblutete Netzhaut das Auges, und wird von dort rot reflektiert. Abhilfe kann man mit folgenden Maßnahmen treffen: Vergrößerung des Abstandes zwischen Blitzgerät und Objektiv, etwa durch den Einsatz eines Stab- oder Aufsteckblitzgerätes anstelle eines in die Kamera eingebauten Blitzgerätes. Indirektes Blitzen durch Neigen des Blitzreflektors, wenn das Blitzgerät dies erlaubt. Zumindest den Effekt mildern kann eine recht helle Umgebungsbeleuchtung, da dann die Pupillen der Personen stärker geschlossen sind, und die Netzhaut weniger stark vom Blitzlicht erreicht wird. Die meisten Kameras mit eingebautem Blitzgerät besitzen eine Vorblitz-Funktion, die etwa 1 bis 2 Sekunden vor der eigentlichen Aufnahme einen oder mehrere Vorblitze abgibt, um die Pupillen der Personen zu schließen. Eine solche Funktion verspricht ebenfalls eine Milderung des Rote-Augen-Effekts.

Index

Alle Inhalte dieser Seite © Jörg Sczepek. Alle Rechte vorbehalten. Impressum · Datenschutzerklärung ·