Photolexikon Buchstabe D




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Index aller Einträge


D-SLR | DIGIC | DIN | DPI | DSP | DX-Codierung | Daguerreotypie | Dateiformate | Dia | Diafilm | Digital | Digitaler Weißabgleich | Digitalkamera | Digitalzoom | Dioptrie | Dioptrie-Anpassung | Dispersion | Dokumentarfotografie | Doppelbelichtung | Dot | Dot Pitch | Drucker | Dunkelkammer | Duplikat | Durchblick-Sucher |


Daguerreotypie
Frühes fotografisches Verfahren (ab ca. 1837), erfunden von Louis Daguerre, der sich wiederum auf Experimente von Joseph Niepce stützen konnte. Eine versilberte Kupferplatte wurde mit Joddämpfen lichtempfindlich gemacht, belichtet, und mittels Quecksilberdämpfen entwickelt, wobei an den belichteten Stellen ein Silberamalgam entstand, welches das Bild sichtbar machte, und diesen frühen Fotografien zugleich ihren unverwechselbar silbrigen Glanz verlieh. Nach dem Fixieren stand ein seitenverkehrtes Bild zur Verfügung, welches je nach Betrachtungswinkel positiv oder negativ erschien. Daguerreotypien waren Unikate, da sich mit der damaligen Technik keine Reproduktionen anfertigen ließen. Das Verfahren wurde am 19.8.1839 öffentlich räsentiert und verbreitete sich schnell. Bis 1860 hatte sich jedoch das Negativ/Positiv-Verfahren auf Basis der Kalotypie durchgesetzt, nicht zuletzt auch deshalb, weil Daguerreotypien wegen ihres hohen Silberverbrauchs zu teuer für eine massenhafte Verbreitung waren. (1840 beliefen sich die reinen Materialkosten für eine Daguerreotypie-Platte bei 5 Franc, während eine Aufnahme etwa zu 100 Franc verkauft wurde.) Daguerreotypien erfreuen sich heute in Sammlerkreisen großer Beliebtheit.

Dateiformate
In der elektronischen Bildbearbeitung wird ein Bild als Datei auf dem Datenträger des Computers gespeichert. Die Datei kann anschließend kopiert oder versendet werden. Um Bilddaten zu speichern, wurden verschiedene Dateiformate mit spezifischen Vor- und Nachteilen entwickelt. So nutzen einige Dateiformate eine Datenkomprimierung, um die Dateigröße gering zu halten. Folgende Dateiformate sind gängig:

PCX - (PC-Paintbrush) ist das älteste Dateiformat zum Speichern von Bildern, und daher auch von früher Grafik-Software bearbeitbar. Einige Bilddatentypen werden mit Komprimierung gespeichert.
BMP - (Windows Bitmap) ist als Standardformat der Betriebssysteme Windows und OS/2 weit verbreitet. Es wird ohne Komprimierung gespeichert.
PICT - (Macintosh Picture) ist als Standardformat des Mac OS- Betriebssystems ebenso verbreitet. Es wird wahlweise mit und ohne JPEG-Komprimierung gespeichert.
TIF - (Tagged Image File Format) wurde als Dateiformat für Scanner entwickelt und ist weit verbreitet. Einige Bilddatentypen können wahlweise mit und ohne Komprimierung gespeichert werden, jedoch haben sich mehrere, untereinander nicht kompatible Verfahren gebildet (Packbits, LZW, RLE, JPEG). Die Komprimierung dieses Formats ist, außer bei JPEG-Komprimierung, verlustfrei.
GIF - (Graphics Interchange Format) entstand als Bildformat für die Datenübertragung von Grafiktypen mit einer Auflösung von bis zu 256 Farben. Mehrere Bilder lassen sich zu einer Animation verknüpfen. Es wird mit LZW-Komprimierung gespeichert.
TGA - (Targa) wurde von einem Grafikkartenhersteller entwickelt und ist das Format, in dem viele Bildagenturen ihre digitalen Fotos speichern. Einige Bilddatentypen können wahlweise mit und ohne Komprimierung gespeichert werden. Die Komprimierung des Formats Targa ist verlustfrei.
JPG - (JPEG - entwickelt von der Joint Photographic Experts Group) hat sich als Bildformat für die Datenübertragung und für das Internet durchgesetzt. Es wird mit einer variabel einstellbaren Komprimierung gespeichert, die nicht ganz verlustfrei ist, aber sehr kleine Dateigrößen erbringt.

PhotoWissen Band 2 Helligkeit und Farbe stellt ausführlich dar, auf welchen physiologischen Grundlagen die Datenkompression des JPEG-Formats beruht.

PNG - (Portable Network Graphics) wurde als Bildformat für die Datenübertragung und als Weiterentwicklung von GIF eingeführt, konnte sich aber nicht entscheidend durchsetzen. Es wird mit einer variabel einstellbaren verlustfreien Komprimierung gespeichert.
JP2 - (JPEG 2000) ist eine Weiterentwicklung des JPEG-Formats, bei dem die JPEG-Komprimierung durch eine Wavelet-Komprimierung ergänzt wird. Es wird mit einer variabel einstellbaren Komprimierung gespeichert, die, im Vergleich zu JPEG, weniger verlustbehaftet ist.
LWF - (Luratech Wave Format) wurde zur Übertragung von Bilddaten aus dem Weltraum entwickelt, und weist mit einer Wavelet-Komprimierung die zur Zeit effektivste weitgehend verlustfreie Komprimierung auf. Das Format wird jedoch nicht von jeder Bildbearbeitungs-Software unterstützt.
PCD - (Kodak Photo CD) wurde als Format für die professionell erstellte Photo CD entwickelt. Die meisten Bildbearbeitungs-Programme können dieses Format lesen, jedoch nicht in diesem Format abspeichern.

Diafilm
Der Diafilm (auch Umkehrfilm) ist ein Film, welcher nach Abschluß der Entwicklung positive Bilder für die Projektion oder z.B. als Druckvorlage liefert, erhältlich als Schwarzweiß- oder Farbfilm. Grundsätzlich ist dieser Film genauso aufgebaut wie ein Negativfilm. Der Hauptunterschied liegt in einer speziellen Entwicklung (Typ E-6), bei der nach der Erstentwicklung eine diffuse Zwischenbelichtung durchgeführt wird, die auf die unbelichteten Stellen wirkt, und diese in einer Zweitentwicklung eindunkelt. Bei einigen Entwicklern wird die Umkehrung ohne Zwischenbelichtung in einem chemischen Prozeß erzielt. Die Entwicklung des Diafilms in ein farbverkehrtes Bild nennt man Cross-Prozess.

PhotoWissen Band 3 Kontrast stellt ausführlich dar, welche physiologischen Gründe für die besondere Charakteristik des Diafilms (hoher Kontrast und geringer Belichtungsumfang) verantwortlich sind.

DIGIC
Abk. für "Digital Imaging Integrated Circuit" Von Canon entwickelter Signalprozessor speziell für die Bildverarbeitung in den firmeneigenen Digitalkamera-Modellen. Der DIGIC-Signalprozessor übernimmt sechs Schlüsselaufgaben: Bildaufbau, automatische(r) Belichtung/Scharfstellung/Weißabgleich, Signalverarbeitung, JPEG-Komprimierung, Wechselspeicherkarten-Verwaltung und LCD-Farbbildschirmansteuerung.

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Digital
Gegensatz zu analog. Digitale Informationen bestehen aus einer begrenzten Anzahl von Abstufungen (z. B. 256 Farben bei 8 Bit). Der Wechsel von einem digitalen Zeichen zum nächsten ist "sprungartig", nicht fließend wie bei ANALOG.

Digitalkamera
Die Digitalkamera verwendet nicht eine fotografische Emulsion als Aufnahmematerial, sondern einen (nicht direkt lichtempfindlichen) elektronischen Bildwandler, etwa den auf Halbleiterbasis funktionierenden CCDBildsensor. Die Bildinformation wird in diesen Kameras punktförmig ausgelesen, und auf einem Datenträger wie einer austauschbaren Speicherkarte (Compact Flash Karte, Smart Media Karte, Memory Stick u.a.) oder einer Diskette festgehalten. Die erzielbare Bildqualität ist stark abhängig von der Auflösung des Bildsensors, die in der Anzahl der Bildpunkte (Pixel) angegeben wird. Sie liegt zur Zeit für Amateurkameras bei 4 Millionen Pixel, Tendenz steigend. Die Modellpalette reicht von der einfachen Sucherkamera über Kameras mit LCD-Monitor bis zu hochwertigen Spiegelreflextypen, die sogar über eine Kompatibilität zum Zubehör der Kleinbild-Modelleverfügen können. Zur Präsentation und Weiterverarbeitung der Bilder wird ein Computer benutzt, auf dem die Bilder abgelegt, gedruckt oder manipuliert werden können.

Digitalzoom
Eine Funktion in einigen Digitalkameras und einigen digital aufzeichnenden Camcordern, die ein Zoomobjektiv durch Berechnungen simuliert. Kameras, die über Digitalzoom verfügen, haben oftmals nur ein Objektiv feststehender Brennweite (eine so genannte Festbrennweite), oder sie verwenden Digitalzoom, um den Bereich eines vorhandenen Zoomobjektivs zu erweitern. Das Digitalzoom berechnet dabei einen Bildausschnitt, der einer Brennweitenverlängerung entsprechen würde. Die Bildqualität ist dann stark vom verwendeten Algorithmus abhängig, die Auflösung wird aber zwangsläufig reduziert.

DIN
Ein 1934 in Deutschland eingeführtes Maßsystem zur Angabe der Lichtempfindlichkeit von Aufnahmematerial. Es handelt sich um ein logarithmisches System, bei dem eine Zunahme um drei Einheiten in der DIN-Skala einer Verdoppelung der Filmempfindlichkeit entspricht. Eine Empfindlichkeit von 12 DIN entspricht dabei ASA 12, von 21 DIN dann ASA 100. Zu Beginn des Jahres 1958 wurde die Empfindlichkeitsermittlung auf eine neue Grundlage gestellt, um eine sichere Vergleichbarkeit mit den ASA-Werten zu erreichen. Damit änderte sich auch die Schreibweise, aus z.B. 17/10° DIN wurde 17 DIN. (Vergleiche alter DIN-Angaben in Zehntel Graden mit den ASA-Werten konnten in der Praxis um bis zu 1 DIN ungenau sein).

Dioptrie
Maßeinheit für die Brechkraft von Linsen (Einheit: dpt). Die Brechkraft ist der Kehrwert der Brennweite einer Linse oder eines Objektivs, die in Metern angegeben wird. In der Fotografie findet man den Begriff Dioptrie in Verbindung mit Nahlinsen und Korrekturvorrichtungen am Sucher (zur Anpassung des Suchers an die Augenstärke).

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Dioptrie-Anpassung
Individuelle Anpassung des Suchers an die Sehstärke des Fotografen (Einheit: dpt).

Dispersion
(von lateinisch "dispergere", "dispersum" = zerstreuen) Farbzerstreuung, Zerlegung von weißem Licht in ein farbiges Spektrum, etwa durch die Brechung in Wassertropfen, Prismen oder Linsen. Im Objektivbau läßt sich dies beheben, indem zwei Linsen mit unterschiedlicher Farbzerstreuung so kombiniert werden, daß sich ihre Dispersionseffekte annähernd aufheben, wie etwa beim Achromaten.

Dokumentarfotografie
Fotografie, die ihr Thema in der Abbildung eines Abschnitts der sozialen Welt hat. So haben sich seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts Themen ergeben wie etwa die Studenten- und Rassenunruhen, es wurde zudem auf die "Unwirtlichkeit unserer Städte" und den Menschen als gesellschaftlichen Rollenträger inmitten seiner typischen Umgebung hingewiesen. Im Dokumentarismus ist eine Überzeugungsabsicht enthalten, deren Authentizität versichert wird, aber nicht garantiert werden kann.

Doppelbelichtung
Doppelbelichtungen sind zwei (oder mehr) Belichtungen auf einem Filmbild. Damit lassen sich Motivteile aus aufeinander folgenden Belichtungen zu einem Bild zusammenfügen, was zu einer Fotomontage führt, oder geradezu optische Illusionen kreieren. So kann man eine Person durchsichtig erscheinen lassen, indem sie bei der ersten Belichtung vor einem Hintergrund fotografiert wird, und bei der zweiten Belichtung der Hintergrund ohne die Person aufgenommen wird. Bei solchen Aufnahmen ist zu beachten, daß die Summe beider Belichtungen die Bildbelichtung ergibt, jede Teilbelichtung also um eine Blendenstufe unterbelichtet werden muß. Mit einer Doppelbelichtungsmaske, die wie ein Filter vor dem Objektiv angebracht wird, und die jeweils eine Hälfte des Objektivs verdeckt, kann eine Person gleich zweimal auf einem Bild erscheinen, indem sie zwischen den Aufnahmen von der einen Bildhälfte zur anderen wechselt. Die Belichtung von Aufnahmen mit einer Doppelbelichtungsmaske sollte entweder bei abgenommener Maske oder mit einem Handbelichtungsmesser gemessen werden. Die Möglichkeit, Doppelbelichtungen anzufertigen, ist meist nur bei höherwertigeren Kameras gegeben.

Dot
Kleinstes Rasterelement eines Bildes. Mehrere dots ergeben zusammen jeweils ein Pixel, (z. B. die Angabe 8 bits Farbtiefe bedeutet, dass drei "Schichten" von jeweils 256 dots "übereinander liegen" (= 1 Pixel).

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Dot pitch
Englisch für Punktabstand, gibt den Abstand z. B. zwischen den einzelnen Bildpunkten bei Monitoren an. Je kleiner der Punktabstand, desto schärfer die Bilddarstellung. Bei guten Monitoren beträgt der Punktabstand (Lochmaske) 0,25 bis 0,27 mm.

DPI
Englische Abkürzung für dots per inch (1 Inch entspricht 25,4 mm). Bezeichnet bei Druckern die Maßeinheit für die Auflösung eines Bildes.

DSP
Englische Abkürzung für Digital Signal Processor; elektronischer Baustein (Mikroprozessor) zur Echtzeit-Verarbeitung von digitalen Signalen. Ein DSP kann mehrere Funktionen (z. B. Autofokus-Steuerung, JPEG-Komprimierung, Schnittstellen-Verwaltung usw.) übernehmen.

D-SLR
Englische Abkürzung für Digital Single Lens Reflex, bezeichnet eine einäugige digitale Spiegelreflexkamera wie z.B. die Canon EOS 1 D.

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Drucker
Um die mit einer Digitalkamera gemachten oder einem Scanner digitalisierten Fotos im Rahmen der elektronischen Bildbearbeitung über einen Computer (PC) ausdrucken zu können, haben sich für den Amateurbereich zwei Druckertypen durchgesetzt.

PhotoWissen Band 3 Kontrast erläutert ausführlich, welche Auflösungswerte die verschiedenen Druckverfahren erzielen und warum.

Tintenstrahldrucker spritzen über eine Reihe von Düsen Tinte auf das Papier. Dies wird entweder durch einen Piezo-Effekt oder durch die Bildung einer Dampfblase ("Bubble Jet") erreicht. Die Druckqualität ist stark von der Papierqualität abhängig, die Haltbarkeit des Drucks wiederum vom Papier und den verwendeten Tinten. Thermosublimationsdrucker: Beim Thermosublimationsverfahren sind die Farbstoffe auf einer Folie aufgebracht, und werden von erhitzten metallischen Stäben zeilenweise Pixel für Pixel aufs Papier übertragen. Für jede der subtraktiven Grundfarben Blaugrün (Zyan), Purpur (Magenta) und Gelb wird ein Druckvorgang benötigt. Der Aufwand ist bei Thermosublimationsdruckern insgesamt größer, dafür können sie die Druckfarben feiner dosieren als etwa ein Tintenstrahldrucker, benötigen aber ein Spezialpapier. Die Haltbarkeit des Drucks ist besser als bei Tintenstrahldruckern.

Dunkelkammer
siehe Fotolabor

Duplikat
Eine möglichst gleichwertige Kopie eines Diapositivs, gelegentlich auch eines Negativs. Duplikate können als Kontaktkopie oder optisch durch ein Vergrößerungsgerät oder durch eine Spiegelreflexkamera hergestellt werden. Um Duplikate durch eine Spiegelreflexkamera anzufertigen, wird geeigneter Zubehör angeboten. Da normales Filmmaterial beim Duplizieren mit einer unerwünschten Kontraststeigerung reagiert, empfiehlt sich die Verwendung spezieller Duplikatfilme.

Durchblick-Sucher
Einfachste Bauform für Kamera-Sucher. Hierbei blickt der Benutzer durch ein kleines Fenster das sich unmittelbar neben dem Objektiv befindet. Dadurch wird nicht das tatsächlich vom Objektiv erfasste Bild angezeigt, sondern nur der ungefähre Bildausschnitt. Das kann insbesondere bei Nahaufnahmen zum so genannten Parallaxen-Fehler führen. Bei den meisten modernen Kameras mit Zoomobjektiv ist der Sucher mit einem beweglichen Linsensystem versehen, der an das Zoom gekoppelt ist und sich somit den Bildausschnitt der eingestellten Brennweite anpasst. Auch Sucherkameras ohne Zoom besitzen ein einfaches Linsensystem, da ohne Diesen das Sucherbild seitenverkehrt (auf den Kopf stehend) wiedergegeben würde (= umgekehrter gallileischer Sucher).

DX-Codierung
Eine elektrisch lesbare Codierung auf der Kleinbildpatrone, bestehend aus einem Bereich leitender und nicht leitender Felder, die von entsprechenden Kameras abgetastet werden. Mit der DX-Codierung lassen sich die Filmempfindlichkeit, die Filmlänge und der Belichtungsspielraum des Films in den Kamera-Prozessor übertragen. Einfache Kameramodelle lesen allerdings nur die Filmempfindlichkeit aus.

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