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X-Kontakt | Zeitautomatik | Zelluloid | Zentralverschluss | Zerstreuungskreis | Zerstreuungslinse | Zonensystem | Zoomen | Zoomobjektiv | Zoomreflektor | Zwischenring


X-Kontakt
Ein elektrischer Kontakt zum Anschluß eines Blitzgeräts. Der X-Kontakt ist für Elektronenblitzgeräte bestimmt, die verzögerungsfrei mit dem Auslösen ihre höchste Leuchtstärke erreichen.

Zeitautomatik
Bei der Zeitautomatik stellt der Benutzer die Blende seiner Wahl an der Kamera ein und die Kameraautomatik wählt die den Lichtverhältnissen entsprechende, passende Verschlusszeit (im Bereich des Möglichen) aus. Bei den meisten Kameras durch das Symbol "A" oder "Av" (hauptsächlich bei Canon Kameras) gekennzeichnet. Durch die Vorwahl der Blende gestattet die Zeitautomatik einen Einfluß auf die Schärfentiefe.

Zelluloid
Ein aus Nitrozellulose hergestellter, leicht brennbarer Kunststoff. Zelluloid diente ab etwa 1890 als Schichtträger für Filme. Wegen der Feuergefährlichkeit wurde Zelluloid nach 1920 von moderneren Kunststoffen abgelöst, z.B. Acetylzellulose, Polyester.

Zentralverschluß
Ein Verschluß, der entweder ins Objektiv, oder unmittelbar dahinter eingebaut ist. Er besteht aus drei oder mehr kurvenförmigen Metallamellen, die kreisförmig um die Öffnung angeordnet sind. Beim Verschlußvorgang öffnen sie sich vom Zentrum zum Rand, und kehren wieder in ihre Ruheposition zurück. Die verschiedenen Belichtungszeiten werden über eine Federspannung erzeugt, während längere Zeiten über ein Hemmwerk verzögert werden. Die Außenpartien der Lamellen werden dabei extrem beschleunigt und wieder abgebremst, und erreichen kurzzeitig Schallgeschwindigkeit. Ein Zentralverschluß wird bei jeder Belichtungszeit voll geöffnet, so daß Blitzaufnahmen ohne Ausnahme, anders als beim Schlitzverschluß, möglich sind. Der Zentralverschluß wird in Großbildkameras, in vielen Sucherkameras und in zweiäugigen Spiegelreflexkameras eingesetzt. In einäugigen Spiegelreflexkameras ist er konstruktionsbedingt nur vereinzelt zu finden, da hier für den Suchervorgang ein Hilfsverschluß erforderlich wird.

Zerstreuungskreis
Ein korrekt scharf gestellter Punkt wird theoretisch im Brennpunkt als Punkt auf die Bildebene projiziert. Ist die Scharfeinstellung nicht optimal oder das Objektiv fehlerhaft, dann wird er nicht als Punkt, sondern als Kreis wiedergegeben. Die Größe dieses Kreises wächst mit der Größe des Abstandes. Nun toleriert ein Betrachter Zerstreuungskreise bis zu einer bestimmten Größe, und erkennt sie als scharf. Erst wenn der Zerstreuungs- oder Unschärfekreis eine gewisse Größe überschreitet, wird Unschärfe wahrgenommen. Die Erscheinung der Schärfentiefe basiert darauf. Die im Grunde subjektive Grenze zwischen Schärfe und Unschärfe siedelt man bei etwa 1/1000 der Bildformatdiagonalen an.

PhotoWissen Band 4 Visuelle Schärfe stellt ausführlich dar, auf welchen visuellen Grundlagen das Konzept des Zerstreuungskreises beruht und wie sein maximal zulässiger Durchmesser physiologisch richtig zu bestimmen ist.

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Zerstreuungslinse
Eine Linse, welche in der Mitte dünner als am Rand ist, und das Licht auseinander laufen läßt. Man unterscheidet drei Bauformen: bikonkav, plankonkav und konvexkonkav.

Zonensystem
Vom amerikanischen Fotografen Ansel Adams (20.2.1902 - 22.4.1984) entwickeltes Prüfverfahren, um den Tonwertumfang eines Motivs zu ermitteln und in eine Aufnahme zu übertragen. So beschrieb er ein komplexes Bezugssystem zwischen den Einstellungen bei der Aufnahme und der Abstimmung von Entwicklung und Vergrößerung.

Zoomen
Zoomen während der Belichtung ist eine Aufnahmetechnik, die absichtlich strahlenförmige Wischeffekte hervorruft. Benötigt wird hierfür eine Kamera mit Zoomobjektiv und ein Stativ. Das Motiv wird bei der längsten Brennweite in die Bildmitte gelegt und scharf gestellt. Man belichtet etwa 1/4 Sekunde, benötigt also niedrig empfindliches Filmmaterial. Während der Belichtung, unmittelbar nachdem der Auslöser gedrückt wurde, verstellt man nun das Zoom zu den kürzeren Brennweiten hin. Es entstehen dabei streifenförmige Wisch- und Lichtspuren im Bild. Am besten gelingen diese Aufnahmen im Bereich 28-70mm oder 35-105mm.

Zoomobjektiv
Unter einem Vario- oder Zoomobjektiv versteht man ein Objektiv mit veränderlicher Brennweite. Dies wird durch, verglichen mit einem Objektiv fester Brennweite, zwei weitere, bewegliche Linsenglieder ermöglicht, dem Variator und dem Kompensator. Während der Variator die eigentliche Brennweitenverstellung vornimmt, hält der Kompensator das Bild im Fokus, d.h. er sorgt dafür, daß das Bild beim Zoomen nicht unscharf wird. Es kann allerdings auch Typen ohne Kompensator geben, dann muß nach einer Brennweitenveränderung die Scharfeinstellung erneut vorgenommen werden. Diese Bauweise von Vario-Objektiven ist bei Projektionsobjektiven anzutreffen. Man unterscheidet Zoomobjektive nach ihrem Brennweitenbereich, und spricht von einem Telezoom (z.B. 70- 210mm oder 70-300mm), einem Weitwinkelzoom (z.B. 18-35mm) oder einem Universalzoom (z.B. 28-70mm oder 28-200mm). Nachdem pankratische Systeme, wie Zoomobjektive auch genannt werden, zuerst für Filmkameras erschienen waren, kam 1959 mit dem Voigtländer Zoomar 1:2,8/36-82mm das erste derartige Objektiv für Fotoapparate heraus. Die Beseitigung der Abbildungsfehler ist bei einem Zoomobjektiv theoretisch nicht für den gesamten Zoombereich möglich. Unter kritischen Gesichtspunkten kann ein solches Objektiv also einem Objektiv mit fester Brennweite unterlegen sein. Auch wurden noch keine Lichtstärken besser als 1:2,8 realisiert. In der Amateur- und zunehmend auch in der professionellen Fotografie erfreuen sich Zoomobjektive aus Platz-, Gewichts- und Kostengründen jedoch großer Beliebtheit.

Zoomreflektor
Eine in einigen Blitzgeräten zu findende Vorrichtung, die den Leuchtwinkel des Blitzgerätes durch Verstellen des Blitzreflektors an die Brennweite des bei der Aufnahme verwendeten Objektivs anpaßt. Die Verstellung kann manuell am Blitzgerät eingestellt werden, bei einigen Systemen erfolgt sie auch automatisch. Durch das Ändern der Einstellung des Zoomreflektors ändert sich auch die Leitzahl des Blitzgerätes. So erhöht sich die Leitzahl in einer Tele-Einstellung für die Verwendung langbrennweitiger Objektive und vergrößert so die Reichweite des Blitzgerätes.

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Zwischenringe
Zubehörteile, die zwischen Kamera und Objektiv eingesetzt werden, und eine Auszugsverlängerung für Nah- oder Makroaufnahmen erzeugen. Zwischenringe sind in verschiedenen Längen erhältlich, die man mehrfach kombinieren kann. Bei der Verwendung ergibt sich ein Verlängerungsfaktor, um den die Belichtungszeit korrigiert werden muß, wenn größere Auszugsverlängerungen benutzt werden sollen. Den durch eine Auszugsverlängerung relevanten Verlängerungsfaktor errechnet man wie folgt:

Faktor = (Maßstab + 1)²

Bei einer Belichtungsmessung durch das Objektiv (TTL-Messung) wird ein Verlängerungsfaktor vom Belichtungsmesser erfaßt, und darf nicht manuell berücksichtigt werden.

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